Tentes abandonnées au camp d'Al Hol la veille de sa fermeture définitive.
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Tentes abandonnées au camp d'Al Hol la veille de sa fermeture définitive.
© Barbara Hessel

Syrien: Nach Jahren der Gefangenschaft erwartet die Bewohner:innen des Al-Hol-Camps eine unsichere Zukunft

Durch die plötzliche Schliessung des Al-Hol-Camps am 22. Februar 2026 und das Chaos, das vor der Schliessung herrschte, haben tausende Menschen den Zugang zu medizinischer Versorgung verloren. Unter ihnen sind viele Kinder und chronisch Erkrankte.

Im Zuge der sich ändernden Machtverhältnisse und der damit verbundenen Unsicherheit waren viele humanitäre Organisationen gezwungen, ihre Aktivitäten einzustellen. Ärzte ohne Grenzen war als eine der wenigen Organisation bis zum Tag der Schliessung im Camp tätig und stellte Gesundheitsversorgung und sauberes Wasser für die Bewohner:innen zur Verfügung.

Zuvor war Ärzte ohne Grenzen mehrere Jahre lang im Al-Hol-Camp tätig. In dieser Zeit haben unsere Teams gesehen und dokumentiert, welcher Gewalt und Vernachlässigung die Menschen dort ausgesetzt waren.

Sieben Jahre lang hat die internationale Gemeinschaft dieses System aufrechterhalten, in dem Menschen auf unbestimmte Zeit in der Wüste Nordost-Syriens festgehalten wurden. Die plötzliche Schliessung des Camps zeigt erneut, mit welcher Willkür die Menschen erst lange festgehalten und dann freigelassen wurden. Wieder gibt es keinen klaren, auf Rechten basierenden Plan für sie und ihre Zukunft. Über Jahre hat es die internationale Gemeinschaft nicht geschafft, grundlegende humanitäre Bedürfnisse sowie den juristischen Schwebezustand dieser Menschen anzugehen.

Stephen MacKay, der für Ärzte ohne Grenzen die Projekte in Syrien leitet.