Wir verfolgen die Entwicklungen im Iran weiterhin mit grosser Sorge.

Derzeitige Lage

Die von Medien berichteten hohen Zahlen an Todesopfern sind erschütternd. Da die Kommunikation weiterhin stark eingeschränkt ist, ist es für uns äusserst schwierig, verlässliche Informationen zur aktuellen Lage zu erhalten oder Berichte zu bestätigen – auch zu Zahlen von Verletzten und Toten.

Während kurzer Unterbrechungen der landesweiten Kommunikationssperre konnten wir Kontakt zu unseren Teams aufnehmen. Sie sind in Sicherheit und konnten die Versorgung der Patient:innen in den bestehenden Projekten von Ärzte ohne Grenzen aufrechterhalten.

Obwohl wir derzeit nicht autorisiert sind, über den Rahmen unserer auf marginalisierte Bevölkerungsgruppen ausgerichteten Projekte hinaus tätig zu werden, bieten wir den Spitälern weiterhin medizinische Unterstützung an. Bislang hat Ärzte ohne Grenzen keine Patient:innen mit verletzungsbedingten Folgen der Gewalt im Zusammenhang mit den aktuellen Ereignissen im Iran behandelt.

Allgemeine Gesundheitsversorgung

Der Iran verfügt über ein Gesundheitssystem, das aus zahlreichen privaten und öffentlichen Einrichtungen besteht, die das Land zu einer Referenz in der Region machen. 

Obwohl die Gesundheitsindikatoren für die allgemeine Bevölkerung insgesamt gut sind, stellt man dennoch bei Drogenkonsument:innen, Häftlingen, Sexarbeitenden oder Geflüchteten ein erhöhtes Auftreten von Krankheiten wie HIV/Aids, Hepatitis oder Tuberkulose fest. In dem Land mit 80 Millionen Einwohner:innen leben mehr als eine Million Geflüchtete, wovon viele aus Afghanistan kommen.

Ärzte ohne Grenzen bietet vulnerablen und marginalisierten Gruppen wie Geflüchteten und Drogenabhängigen umfassende Gesundheitsleistungen an. Unsere Teams halten medizinische Sprechstunden ab, führen Tests auf ansteckende Krankheiten durch und behandeln Hepatitis C. Sie bieten Krankenpflege, Beratungen mit Hebammen sowie psychologische Versorgung und psychosoziale Unterstützung an.