Chronische Krisen

Darfur, Sudan, 23.10.2004
Kerenek, West-Darfur, Sudan, 23.10.2004.

Sudan, Liberia, Burundi... Viele Länder leiden unter einem Phänomenen, welches Spezialisten mit dem Begriff von chronisch-komplexen Krisen umschreiben. Gemeint ist damit, dass diese Krisen über Jahre hinweg anhalten oder auch systematisch immer wieder von neuem aufflammen.

Es sind nicht Konflikte im klassischen Sinne, bei denen sich zwei feindliche Gruppen gegenüberstehen. Vielmehr finden wir in diesem Umfeld eine Vielzahl von Akteuren, deren Machtbereich diffus und unklar ist und gleichzeitig externen Einflüssen unterliegt.

Der Zivilbevölkerung zur Seite stehen

Die Zivilbevölkerung ist das erste Opfer einer solchen Konfliktsituation, denn sie wird zur eigentlichen Geisel der verschiedenen Parteien. Menschen in diesen Krisengebieten laufen ständig Gefahr, zwischen die Frontlinien zu geraten, vor plötzlich aufflammenden Kämpfen fliehen zu müssen und vom Nahrungsmittelnachschub abgeschnitten zu werden. Seit dem Ende des Kalten Krieges nimmt diese Art von Konfliktsituation, vor allem in der Form von Bürgerkriegen, ständig zu.

Die in diesem Kontext durchgeführten MSF-Einsätze gleichen oft stark den 'klassischen' Einsätzen in Kriegsgebieten (Pflege von Verletzten durch medizinisch-chirurgische Teams). Allerdings liegt das Schwergewicht dabei doch öfters bei der Hilfe von Flüchtlingen oder Vertriebenen (Sicherung der Grundbedürfnisse wie Wasser, Obdach und Nahrung, kurative oder präventive medizinische Hilfe oder wenn nötig Noternährungs-Programme).

Sicherheitsprobleme charakterisieren oft diese Einsätze, was jedoch nicht verhindert, dass die MSF auch Ausbildungs- und Rehabilitations-Programme lanciert, wenn dies möglich und notwendig ist.

Es ist genau diese manchmal langjährige Präsenz von MSF in diesen Gebieten, die es den Teams erlaubt, dank des immer besseren Verständnisses der Situation, originelle und immer genauer auf die Bedürfnisse abgestimmte Programme zu implementieren.

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