Vorstellung der Bereiche des Lagers Nduta in Kibondo, Tansania. 
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Vorstellung der Bereiche des Lagers Nduta in Kibondo, Tansania. 
© Godfrida Jola/MSF

Tansania: Ärzte ohne Grenzen warnt vor Gesundheitsrisiken für Geflüchtete in überfüllten Rückkehrzentren

Geflüchtete aus Burundi sollen immer schneller aus Tansania in ihr Herkunftsland zurückkehren. Ende 2025 lebten noch etwa 50.000 Menschen im Geflüchtetenlager Nduta im Westen Tansanias. Ärzte ohne Grenzen warnt, dass die aktuellen Bedingungen in den Rückkehrzentren ernsthafte Risiken für die Gesundheit und Würde der Menschen darstellen.

Das Geflüchtetenlager wird laufend verkleinert, und Unterkünfte werden abgerissen. Humanitäre Hilfsorganisationen ziehen sich aufgrund von Finanzierungskürzungen zurück. Die Bewohner:innen laufen Gefahr, ohne Gesundheitsversorgung oder Unterkunft zurückzubleiben. Etwa 18.000 Menschen haben nur eingeschränkten Zugang zu Wasser, und Tausende leben in überfüllten Rückkehreinrichtungen. Dies erhöht die Gesundheitsrisiken und untergräbt die Würde der Menschen. 

Bis zu 4.000 Menschen haben sich im Abreisebereich aufgehalten, der nur geringfügig größer als ein Fußballfeld ist. Überall liegt Müll. Kinder, die 60 % der Lagerbevölkerung ausmachen, spielen im Schlamm und zwischen Abfällen, während Familien unter äußerst schlechten hygienischen Bedingungen auf dem Boden schlafen. Die Rückkehr von Geflüchteten muss allgemeinen Schutzstandards entsprechen und darf nicht von Fristen bestimmt werden. Zudem muss sie von starken humanitären Schutzmaßnahmen begleitet werden.

Tommaso Santo, Programmverantwortlicher von Ärzte ohne Grenzen für Tansania.

Ohne diese Schutzmaßnahmen besteht die Gefahr, dass sich die bereits ernste humanitäre Lage weiter verschärft.