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DR Kongo: Ebola-Ausbruch | Ärzte ohne Grenzen fordert rasche Ausweitung der internationalen Hilfe
Demokratische Republik Kongo 3 Min.
Jede Verzögerung kostet Menschenleben. Wir laufen dem Ausbruch hinterher, statt ihm einen Schritt voraus zu sein. Immer mehr Menschen infizieren sich, immer mehr Familien verlieren Angehörige. Wir benötigen ein stärkeres und besser koordiniertes internationales Vorgehen und eine medizinische Hilfe, die dem tatsächlichen Bedarf vor Ort entspricht. Nur so kann verhindert werden, dass dieser Ausbruch zu einer Krise wird, die wir nicht mehr eindämmen können.
Der aktuelle Ausbruch des Ebolafiebers, verursacht durch das Bundibugyo-Virus, ist innerhalb von nur zwei Monaten zum drittgrößten Ausbruch der Ebola-Krankheit geworden. Kein anderer jemals verzeichneter Ebola-Ausbruch hat sich bislang so schnell ausgebreitet. Die Zahl der bestätigten Fälle stieg in weniger als fünf Wochen von 650 auf fast 2.000 und damit auf das Dreifache an (Stand: 12. Juli). Die Zahl der Todesfälle hat sich von 130 auf mehr als 700 verfünffacht. Damit hat die Epidemie bereits mehr als die Hälfte der Fallzahlen des Ebola-Ausbruchs in der DR Kongo von 2018 bis 2020 erreicht, der fast zwei Jahre andauerte. Auf die Provinz Ituri, das Epizentrum des Ausbruchs, entfallen rund 90 Prozent aller bestätigten Fälle, doch auch neue Gebiete vermelden steigende Fallzahlen.
Das Gesundheitssystem in der DR Kongo steht durch den Ebolafieber-Ausbruch unter enormem Druck. Viele Menschen außerhalb größerer Städte haben nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung. Gleichzeitig stoßen die Teams, die für die Kontaktverfolgung zuständig sind, sowie die Teams in den Behandlungszentren an ihr Limit. Grenzschließungen und andere behördliche Auflagen in der DR Kongo und den Nachbarländern erschweren es, dringend benötigte Fachkräfte ins Land zu bringen und erschöpfte Einsatzkräfte rechtzeitig abzulösen.
In Bunia arbeitet das Ebola-Behandlungszentrum Elikiya mit seinen 90 Betten nahezu ständig an der Kapazitätsgrenze. Regelmäßig berichten uns Menschen, dass sie lieber zu Hause warten und erst kommen, wenn ein Bett frei wird. Noch immer kommen Patient*innen erst spät zu uns, wenn sie bereits schwer krank sind. Es ist erschütternd zu wissen, dass viele Todesfälle durch eine frühere Diagnose und rechtzeitige Versorgung und Behandlung hätten verhindert werden können.
Ärzte ohne Grenzen fordert die Gesundheitsbehörden und humanitären Akteure, darunter auch die Deutsche Bundesregierung als wichtigen Geber humanitärer Hilfe, auf, die Ressourcen zur Eindämmung von Ebolafieber rasch aufzustocken. Hilfsangebote müssen dezentralisiert und besser an die betroffenen Gemeinden angepasst werden. Die Überwachung, Testkapazitäten, Kontaktverfolgung und Aufklärungsarbeit müssen ausgebaut werden, um Fälle frühzeitig erkennen, beobachten und behandeln zu können. Auch ein würdevoller Umgang mit Verstorbenen und sichere Bestattungen müssen gewährleistet sein. Gleichzeitig dürfen die Vorbeugung und Behandlung anderer schwerwiegender Krankheiten wie Malaria und Cholera nicht vernachlässigt werden. Auch schwangere Frauen brauchen weiterhin medizinische Begleitung von Geburten, die ein hohes Gesundheitsrisiko darstellen können.
Seit Beginn des Ausbruchs hat Ärzte ohne Grenzen sieben Ebola-Behandlungszentren und mehr als 15 Beobachtungsstationen in den Provinzen Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu und Tshopo mit insgesamt mehr als 430 Betten eingerichtet. Bis zum 14. Juli haben die Teams mehr als 968 Patient*innen aufgenommen, darunter 357 bestätigte Fälle, und die Behandlung von 116 Überlebenden unterstützt.
RDC and Uganda MSF Ebola MSF response