L'hôpital de MSF situé à Lankien, dans l'État de Jonglei, au Soudan du Sud, a été touché par une frappe aérienne menée par les forces gouvernementales soudanaises dans la nuit du mardi 3 février 2026. Un membre du personnel de MSF a été légèrement blessé.
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Das Spital von Ärzte ohne Grenzen in Lankien im Bundesstaat Jonglei im Südsudan wurde in der Nacht vom Dienstag, dem 3. Februar 2026, von einem Luftangriff der sudanesischen Regierungstruppen getroffen. Ein Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen wurde dabei leicht verletzt.
© Stefan Pejovic/MSF

Südsudan: Ärzte ohne Grenzen muss Spital in Lankien nach Angriffen schliessen

Nach 31 Jahren musste Ärzte ohne Grenzen das Spital in Lankien im südsudanesischen Bundesstaat Jonglei schliessen. Das Spital wurde bei den Luftangriffen am 3. Februar getroffen. Die Bevölkerung in der Region ist nunmehr von der Gesundheitsversorgung abgeschnitten.

Bei den Luftangriffen schlug eine Bombe in das Lager des Spitals ein. Dabei wurde ein Grossteil der medizinischen und anderen wichtigen Güter vernichtet. In den darauffolgenden Tagen, als die Regierungstruppen das Gebiet um Lankien kontrollierten, wurde das Spital geplündert, teilweise in Brand gesetzt und verwüstet. Wer für den Luftangriff und wer für die Plünderungen und die Verwüstungen verantwortlich ist, lässt sich bislang nicht eindeutig klären. Unseren Informationen zufolge sind jedoch lediglich die Streitkräfte der Regierung dazu in der Lage, Luftangriffe durchzuführen.

Das Ausmass der Zerstörung hat uns zutiefst erschüttert. In den Windschutzscheiben unserer Fahrzeuge befanden sich Einschusslöcher, unsere Lager mit den Medizingütern waren komplett niedergebrannt, selbst die pädiatrische Ausrüstung wurde gezielt zerstört.

Gul Badshah, Einsatzleiter bei Ärzte ohne Grenzen.

Aufgrund der zunehmenden Spannungen in der Region hatten wir das Spital bereits Stunden vor dem Angriff evakuiert und die Patient:innen entlassen. Nach der Bombardierung des Spitals und des Marktes flohen zahlreiche Menschen aus Lankien.

Die Zerstörung unseres Spitals in Lankien ist kein Einzelfall, sondern Teil einer besorgniserregenden Entwicklung. Seit Anfang 2025 waren unsere Einrichtungen und Mitarbeitenden im Südsudan von mindestens zwölf Angriffen und gewaltsamen Vorfällen betroffen. Vier Spitäler in Ulang, Old Fangak, Akobo und nun auch in Lankien mussten schliessen. Hunderttausende Menschen stehen nunmehr ohne medizinische Hilfe da. Hauptleidtragend ist einmal mehr die Zivilbevölkerung.

Angriffe auf medizinische Einrichtungen, Gesundheitspersonal und Zivilpersonen sind völlig inakzeptabel und müssen sofort aufhören. Regierungs- und Oppositionskräfte sowie alle anderen bewaffneten Gruppen müssen die volle Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Sie sind verpflichtet, das humanitäre Völkerrecht einzuhalten, insbesondere die Grundsätze der Unterscheidung und der Verhältnismässigkeit.

Gul Badshah, Einsatzleiter bei Ärzte ohne Grenzen.

Wir fordern von den südsudanesischen Behörden eine transparente Aufklärung dieser Angriffe. Sie müssen dafür sorgen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, und konkrete Massnahmen zum Schutz medizinischer Einrichtungen und humanitärer Helfer:innen ergreifen.

Ärzte ohne Grenzen war seit 1995 in Lankien tätig. Zunächst leiteten wir dort einen Einsatz gegen die Tropenkrankheit Kala-Azar. Im Laufe der Jahre weiteten wir unsere Aktivitäten schrittweise aus. Das Spital in Lankien war die einzige Gesundheitseinrichtung mit erweiterten Behandlungsmöglichkeiten in der Region. Rund 250 000 Menschen waren auf das Spital angewiesen. Mit dessen Schliessung haben die Gemeinden nun keinen Zugang mehr zu medizinischer Versorgung. Dadurch steigt auch das Risiko vermeidbarer Todesfälle.