La région de Mizan et ses environs sont réputés pour leurs paysages verdoyants ; cependant, cela entraîne également la formation d'eaux stagnantes, qui peuvent favoriser la reproduction des moustiques et contribuer à des épidémies récurrentes de paludisme.
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La région de Mizan et ses environs sont réputés pour leurs paysages verdoyants ; cependant, cela entraîne également la formation d'eaux stagnantes, qui peuvent favoriser la reproduction des moustiques et contribuer à des épidémies récurrentes de paludisme.
© Paula Casado Aguirregabiria/MSF

Mehr Nachhaltigkeit bei Ärzte ohne Grenzen

So verkleinern wir unseren ökologischen Fussabdruck

Unser Planet verändert sich in besorgniserregendem Tempo. Wissenschaftler:innen sind sich einig: Der menschengemachte Klimawandel stellt eine direkte Bedrohung für die Zukunft der Menschheit dar. Es ist dringend notwendig, jetzt zu handeln, um eine lebenswerte Welt für alle zu bewahren, gerade weil die Klimakrise auch eine Gesundheitskrise ist. Wir sind entschlossen, unseren Beitrag zu leisten und bemühen uns aktiv, unseren ökologischen Fussabdruck zu verringern.

Ja! Denn als Akteur:innen im Gesundheitswesen helfen wir zwar einerseits bei der Bewältigung der gesundheitlichen Folgen des Klimawandels und der Umweltzerstörung, tragen andererseits durch unsere medizinische Tätigkeit aber selbst dazu bei.  

Von der Energie, die wir für den Betrieb von Gesundheitseinrichtungen verbrauchen, über den Transport von medizinischen Gütern und Personal, den Einkauf von Medikamenten und Spitalausrüstung bis hin zur Wassergewinnung und der Erzeugung von Abfall – all dies wirkt sich auf die Umwelt aus. Unsere Aktivitäten verursachen CO₂-Emissionen, die zur globalen Erwärmung und zu Luft- und Wasserverschmutzung beitragen, und verschärfen die Wasserknappheit in trockenen Gebieten. 

Diese Umweltauswirkungen haben wiederum Folgen für die Gesundheit der Menschen: Extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen und Wirbelstürme nehmen zu und die Verbreitungsmuster von Krankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber verändern sich. Die Erderwärmung und die daraus resultierenden unwirtlichen Bedingungen erschweren die Nahrungsmittelproduktion, sodass mehr Menschen von Mangelernährung betroffen sind.  

Als medizinische Organisation sehen wir es als ethische Verpflichtung, den Menschen und dem Planeten keinen Schaden zuzufügen. Es ist uns daher ein Anliegen, Massnahmen zur Verringerung unseres ökologischen Fussabdrucks zu ergreifen.  

Als Organisation, die weltweit medizinische Versorgung leistet, können wir unsere Funktionsweise nicht von heute auf morgen ändern. Doch für uns steht fest: Um umweltfreundlicher zu werden, werden wir keinen Aufwand scheuen.  

Um zu verstehen, in welchen Bereichen die grössten Anstrengungen nötig sind, haben wir als Erstes unseren CO2-Fussabdruck gemessen. Auf dieser Grundlage haben wir eine Roadmap mit konkreten Massnahmen für die wichtigsten Emissionsbereiche erstellt. Unsere Teams haben nun begonnen, die entsprechenden Aktivitäten in unseren Projekten an verschiedenen Standorten umzusetzen.  

Dieses Vorhaben bringt viele Herausforderungen mit sich, denn ein Grossteil unserer medizinischen Aktivitäten findet an abgelegenen oder von Konflikten betroffenen Orten statt, sodass Strom und eine sichere Abfallentsorgung nicht immer verfügbar sind. Fakt ist: Auf Krisen weltweit zu reagieren und Menschen in Not medizinisch zu versorgen, bleibt unser vorrangiges Ziel. Dies hat aber wiederum zur Folge, dass unsere Organisation ständig wächst. Wir passen unsere Arbeitsweise deshalb Schritt für Schritt an, um eine verbesserte Umweltbilanz zu erzielen. Davon profitieren schlussendlich auch unsere Aktivitäten und die Versorgungsqualität in unseren Programmen. 

In den vergangenen drei Jahren haben die Teams von Ärzte ohne Grenzen verschiedene Massnahmen und Initiativen umgesetzt, um Emissionen zu verringern und schädliche Praktiken zu vermeiden. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: 

1. Stärkung von Gesundheitseinrichtungen durch Solarenergie und Energieeffizienz 

Bis Januar 2026 haben wir in unseren Projekten mehr als 92 Solaranlagen installiert. Dies ermöglicht uns, jährlich etwa 500 000 Liter Brennstoff einzusparen. Die Gesundheitseinrichtungen sind dadurch autonomer und nachhaltiger, da sie nicht auf eine unzuverlässige Stromversorgung angewiesen sind – was sich auch positiv auf die Versorgungsqualität auswirkt. In vielen Projekten wurden zudem solarbetriebene Anlagen installiert, darunter 26 solarbetriebene Wasserpumpen, 71 solarbetriebene Warmwasserbereiter und 53 solarbetriebene Klimaanlagen. 

Eine weitere Massnahme ist die Isolierung unserer Apotheken und Lagerhäuser, um den Energiebedarf für den Betrieb zu senken. Daneben stellen wir in unseren Gesundheitseinrichtungen auf energieeffizientere Kühlsysteme um, die einen bis zu 65 Prozent geringeren Verbrauch haben.  

2. Verantwortungsvolle Abfallentsorgung 

Zur Durchführung unserer medizinischen Aktivitäten weltweit sind wir auf eine Vielzahl von Geräten und Materialien angewiesen. All dies verursacht Abfall. Ein Grossteil der Produkte besteht ganz oder teilweise aus Kunststoff, darunter Zelte oder medizinische Einwegartikel wie Handschuhe, Masken, Impf-Kits und Medikamentenverpackungen. An vielen unserer Einsatzorte ist es schwierig, solche Materialien korrekt zu recyceln oder zu entsorgen.  

Unsere Bemühungen zielen daher darauf ab, von vornherein weniger Abfall zu produzieren. Wo immer möglich wollen wir den Materialverbrauch reduzieren und bemühen uns, wiederverwendbare, nachhaltig hergestellte und/oder minimal verpackte medizinische Produkte zu verwenden. 

Natürlich können wir Abfall nicht ganz vermeiden. Wir sind aber bestrebt, auch in Notfallsituationen sicherzustellen, dass unsere Abfälle korrekt entsorgt werden. Ende 2025 verfügte fast die Hälfte unserer Projekte über einen Plan zur Abfallbewirtschaftung.  

3. Sinnvolle Praktiken für Patient:innen und Umwelt 

Gesundheitsdienstleister:innen weltweit sind stark auf Wegwerfprodukte angewiesen – das gilt für uns genauso. Tatsächlich sind 66 Prozent der von uns verwendeten medizinischen Produkte Einwegartikel. Wir arbeiten deshalb daran, den Einsatz solcher Artikel zu reduzieren und alternative Möglichkeiten zu finden. Dazu gehört etwa eine angemessene Verwendung von Gesichtsmasken und Handschuhen. 

Viele dieser Produkte sind zudem aus Kunststoff, was für Mensch und Umwelt Risiken birgt. Wir sind nun dabei, die über 4000 Einwegartikel in unserem Sortiment zu prüfen. Das Ziel ist es, herauszufinden, was wir schon jetzt ändern können und ob wir die Hersteller:innen möglicherweise bitten können, ihre Produkte oder Produktionsweise entsprechend anzupassen. 

Wir suchen auch nach alternativen Möglichkeiten bei der Versorgung, die sowohl für die Umwelt als auch für die Patient:innen vorteilhaft sind. Ein Beispiel dafür sind Infusionen, die oftmals durch oral verabreichte Medikamente ersetzt werden können. Das ist nicht nur angenehmer für die Patient:innen, sondern bedeutet auch weniger Abfall durch medizinische Einwegartikel. Schliesslich setzen wir uns gegen die übermässige Verschreibung von Medikamenten ein. Das trägt ebenfalls dazu bei, Emissionen zu reduzieren und unnötigen Abfall zu vermeiden. Ein weiterer Pluspunkt: Ein angemessener Einsatz von Medikamenten hilft zudem, Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken.  

4. Nachhaltigere Transportlösungen 

Das Auto soll in unseren Einsatzgebieten möglichst wenig und bewusst eingesetzt werden. Um das zu erreichen, nutzen wir umweltfreundlichere Fahrzeuge, reduzieren die Anzahl Autofahrten und schulen die Fahrer:innen in einer energiesparenden Fahrweise. Bis Ende 2025 hatten die Fahrer:innen in mehr als der Hälfte unserer Projekte eine solche Schulung erhalten. Auch eine entsprechende Wartung unserer Fahrzeuge trägt dazu bei, den Öl- und Benzinverbrauch zu reduzieren. 

Schliesslich wollen wir durch eine bessere Verwaltung der Lagervorräte und Auftragsabwicklung auf unnötige Lufttransporte von medizinischem Material und Medikamenten verzichten. Unser Ziel ist es, den Grossteil unseres Materials per Schiff statt per Flugzeug zu transportieren.