Wie zeigt sich Cholera?
Nach einer Inkubationszeit von 1 - 5 Tagen siedelt sich das Bakterium im Verdauungssystem an und produziert ein Toxin (Giftstoff), das den Wasserfluss durch die Darmwände umkehrt. Dies hat zwei Wirkungen: einerseits scheidet der Darm abnormal viel Wasser aus, und andererseits werden die mit der Nahrung aufgenommenen Flüssigkeiten nicht mehr absorbiert.
Das im Darm befindliche Wasser wird durch sehr wässrige, schmerzlose Durchfälle von der Farbe von Reiswasser und durch sehr heftiges Erbrechen ausgeschieden, und so kommt es sehr schnell zu akuter Dehydrierung. Ein Patient mit Cholera kann am Tag bis zu 25 l Wasser verlieren. Dieser massive Wasserverlust kann zu Schock (Absinken der arteriellen Spannung, schwachem und schnellem Puls) und Tod führen.
Die Sterblichkeit kann ohne Behandlung bis zu 50% betragen, bei adäquater Behandlung sinkt sie hingegen bis auf unter 2%.
Bei einer grossen Zahl Betroffener (80%) verläuft die Krankheit gutartig oder manchmal sogar ohne Symptome.
Welches sind die Übertragungswege?
Das Bakterium kommt in schmutzigem, stehendem Wasser sowie in bestimmten Mollusken und Wasserpflanzen vor. Die Krankheit wird durch Wasser oder kontaminierte (verseuchte) Lebensmittel übertragen.
Bei einer Epidemie verbreitet sich die Krankheit im Wesentlichen durch Ansteckung von Mensch zu Mensch, über Kontakt mit Exkrementen oder Erbrochenem. Auch Betroffene mit wenig oder gar keinen Symptomen sind ansteckend.
Begünstigt wird Cholera durch unzulängliche sanitäre Verhältnisse, schlechte Hygiene, fehlende Abwasserreinigung, Umsiedlung von Bevölkerungsgruppen (etwa in Flüchtlingslagern) und klimatische Faktoren.
Wie kann dieser Infektion vorgebeugt und ihre epidemische Ausbreitung verlangsamt werden?
Eine Epidemie lässt sich eindämmen durch Verringerung der Ansteckungsquellen. Das heisst Bereitstellung von Wasser guter Qualität, Förderung alltäglicher guter Hygienepraktiken (Hände waschen, Nahrungsmittel abkochen, hygienische Räumlichkeiten), Einrichtung von Latrinen, die eine hygienische Ausscheidung von Exkrementen ermöglichen, sowie Reinigung von Abwässern.
Es gibt Impfstoffe gegen Cholera, aber sie werden nicht eingesetzt, weil sie einerseits nur von kurzer Wirkungsdauer sind und daher langfristig nur von begrenzter präventiver Wirkung, und andererseits wegen ihrer verzögerten Wirksamkeit (zweimalige Impfung ist nötig), wodurch sie bei Epidemien nur beschränkt brauchbar sind.
Wie lässt sich Cholera diagnostizieren und behandeln?
Zu Beginn einer Epidemie werden Labortests mit Proben von Exkrementen durchgeführt, um das Vorhandensein und die Merkmale des Bakteriums festzustellen. Ist die Art der Epidemie geklärt, beruht eine individuelle Diagnose auf den Symptomen und der Untersuchung des Patienten.
Die Behandlung von Cholera ist einfach, aber sehr wirksam. Der Patient muss rehydriert werden, damit das verlorene Wasser und die verlorenen Elektrolyte (wie Natrium und Kalium) ersetzt werden. Dafür verwendet man oral einzunehmende Lösungen oder, in schwereren Fällen, Infusionen.
Auch eine Behandlung mit Antibiotika kann in schweren Fällen angewandt werden. Sie kann die Intensität und Dauer der Krankheit verringern, ersetzt aber keinesfalls die Rehydrierung.




