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Sudan : Die erste Masernimpfkampagne in El Geneina seit 2021
Sudan 2 Min.
Angesichts des starken Anstiegs der Masernfälle in El Geneina war rasches Handeln gefragt. In den Wochen vor der Impfkampagne versorgten unsere Teams auf der Isolierstation im Ausbildungsspital von El Geneina rund 130 Masernpatient:innen pro Woche. Insgesamt behandelten wir zwischen November 2025 und Ende Januar 2026 778 Erkrankte.
Es war die erste Masernimpfkampagne in El Geneina seit 2021. Masern sind hochansteckend und können ohne frühzeitige Behandlung tödlich verlaufen. Ein verlässlicher Zugang zu Routineimpfungen ist deshalb entscheidend.
«Es ist wichtig, dass auch andere Kinder eine Impfung erhalten, um sich vor der Krankheit zu schützen. Die Spritze tut gar nicht weh. Danach kann ich nach Hause gehen, beten und für die Schule lernen. Masern können vor allem für Kinder tödlich sein», so der 14-jährige Khalid, der seinen Cousin dazu ermutigte, sich gemeinsam mit ihm und seinen Geschwistern impfen zu lassen.
Die zehnjährige Mawa am Impfort in Alsafa, El Geneina. Nachdem ihre Lehrer den Schülern gesagt hatten, dass sich alle impfen lassen müssen, nahm sie mit ihren vier Brüdern an der Impfaktion teil und traf dort zwei ihrer Schulfreunde.
Einbindung der lokalen Bevölkerung
Die Einbindung der lokalen Bevölkerung war entscheidend für die hohe Durchimpfungsrate. Ärzte ohne Grenzen schulte mehr als 1400 Freiwillige aus den Gemeinden, die für die Kampagne hinzugezogen wurden. Diese unterstützten die Arbeit an über 200 Impfstandorten in El Geneina. Mobile Teams und Lautsprecherfahrzeuge informierten die Bevölkerung über die Impfkampagne und Impftermine und ermutigten dazu, auch die Kinder impfen zu lassen.
Ein Team aus Mitarbeitern von MSF und dem Gesundheitsministerium (MoH) arbeitet während der Masern- und Rötelnimpfkampagne mit Mitgliedern der Gemeinde zusammen. Um diese groß angelegte Maßnahme zu ermöglichen, hat MSF 1.400 Freiwillige aus der Gemeinde intensiv geschult und mobilisiert.
Die Umsetzung der Kampagne erforderte eine starke Einbindung der lokalen Bevölkerung sowie umfangreiche logistische Unterstützung und Koordination. Um die über 200 Impfstandorte in El Geneina zu erreichen, die sich zum Teil auch in entlegenen und schwer zugänglichen Regionen befinden, stellten wir zusätzliche Ressourcen bereit.
«Zuerst hatte ich Angst, aber die Spritze tat nicht weh. Ich kenne niemanden mit Masern, aber ich weiss, dass man nicht mehr spielen kann, wenn man sich angesteckt hat. Die Impfung schützt mich und meine Familie», so die 10-jährige Mawa, die mit ihren vier Brüdern zum Impfen kam.
Unsere Teams haben das Gesundheitsministerium von West-Darfur bereits in der Vergangenheit bei der Bekämpfung von Masernepidemien unterstützt. Mitte 2025 wurde in Foro Baranga, im Süden West-Darfurs, eine gross angelegte Impfkampagne durchgeführt.
Überleben bedeutet für viele Menschen mehr als vor Gewalt zu fliehen. Es heisst auch, Krankheiten wie Masern zu überstehen. Deren Ausbreitung wird durch verschiedene Faktoren wie Vertreibung, überfüllte Notunterkünfte, eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsversorgung, Lücken bei Routineimpfungen und unzuverlässige epidemiologische Überwachungssysteme begünstigt.
Ärzte ohne Grenzen appelliert weiterhin an das Gesundheitsministerium und andere Gesundheitsakteure, die routinemässigen Impfangebote in ganz Darfur auszubauen und besser zugänglich zu machen. Nachhaltige Impfangebote sind unerlässlich, um Masern langfristig einzudämmen und Kinder zu schützen – nicht nur in West-Darfur, sondern im ganzen Sudan.