Die Teams von Ärzte ohne Grenzen haben das Personal des Spitals von Kyeshero in Goma in den Arbeitsmethoden im Zusammenhang mit einer Ebola-Epidemie geschult.
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Die Teams von Ärzte ohne Grenzen haben das Personal des Spitals von Kyeshero in Goma in den Arbeitsmethoden im Zusammenhang mit einer Ebola-Epidemie geschult.
© Maria Elena del Carre/MSF

Ebola in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda: Herausforderungen durch das Bundibugyo-Ebolavirus

Am 15. Mai 2026 bestätigte das Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo einen Ebola-Ausbruch in der Provinz Ituri. Auch das Nachbarland Uganda bestätigte einen Ebola-Fall. Ärzte ohne Grenzen bereitet die Ausweitung seiner Hilfe in der Region vor und setzt in den bestehenden Projekten strenge Präventionsmassnahmen um. Der aktuelle Ausbruch wird durch das Bundibugyo-Ebolavirus verursacht, eine seltenere Variante des Ebola-Virus. Im Unterschied zur häufiger vorkommenden Zaire-Variante gibt es für das Bundibugyo-Ebolavirus weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung.

Eine seltene, aber gefährliche Virusvariante

Ebola wird durch das Ebola-Virus verursacht. Bislang sind fünf Spezies von Ebolaviren bekannt: Zaire, Sudan, Taï Forest, Bundibugyo und Reston. Die Spezies Reston ist für Menschen in der Regel nicht gefährlich.

Die grossen Ebola-Ausbrüche in Westafrika zwischen 2014 und 2016 sowie in der Demokratischen Republik Kongo zwischen 2018 und 2020 wurden durch das Zaire-Ebolavirus verursacht. Für den Ausbruch in Uganda im September 2022 war hingegen der Sudan-Typ verantwortlich.

Die geschätzte Sterblichkeitsrate der Bundibugyo-Variante liegt zwischen 25 und 40 Prozent. Es handelt sich um den dritten nachgewiesenen Ausbruch dieses Virus nach den Epidemien in Uganda in den Jahren 2007–2008 und in der Demokratischen Republik Kongo im Jahr 2012.

Behandlungsmöglichkeiten bleiben begrenzt

Seit Oktober 2020 sind die Therapeutika Inmazeb (REGN-EB3) und Ebanga (mAB114) für die Behandlung von Infektionen mit dem Zaire-Ebolavirus zugelassen. Bei Ausbrüchen, die durch andere Virustypen verursacht werden, werden weiterhin experimentelle Therapieoptionen geprüft oder die Krankheit symptomatisch behandelt.

Die symptomatische Behandlung umfasst unterstützende Massnahmen wie die Linderung von Fieber und Übelkeit, die Rehydrierung, die Behandlung von Begleiterkrankungen wie Malaria oder Sepsis sowie die Unterstützung bei der Ernährung. Die Patientinnen und Patienten sollten zudem isoliert werden, um eine weitere Übertragung zu verhindern. Betroffene und ihre Familien sollten psychologisch unterstützt werden.

Verhinderung der Übertragung als zentrale Herausforderung

Das Ebola-Virus wird von Mensch zu Mensch durch direkten Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten und Organen übertragen sowie über kontaminierte Oberflächen. Besonders für Gesundheitspersonal besteht ein hohes Ansteckungsrisiko, weshalb das Tragen persönlicher Schutzausrüstung unerlässlich ist.

Eine Übertragung kann auch durch den direkten Kontakt mit an Ebola Verstorbenen erfolgen. Bestattungen müssen daher mit Schutzausrüstung durchgeführt werden, was häufig im Widerspruch zu kulturellen Praktiken und dem Bedürfnis der Angehörigen steht, Abschied zu nehmen.

Patientinnen und Patienten werden in speziellen Behandlungszentren betreut, in denen strenge Vorschriften zur Infektionskontrolle gelten. Darüber hinaus ist es wichtig, mögliche Kontaktpersonen zu identifizieren, weitere Infektionsketten zu unterbrechen und sichere Bestattungen zu organisieren.

Die Rolle von Médecins Sans Frontières

 

Sobald ein Ebola-Ausbruch gemeldet wird, hält sich Médecins Sans Frontières bereit, um die zuständigen Gesundheitsministerien bei ihren Bekämpfungsmassnahmen zu unterstützen. Die Teams behandeln nicht nur Erkrankte, sondern schulen auch lokales und internationales Personal – sowohl vor Ort als auch in Europa – und beteiligen sich aktiv an Forschungsprojekten.