Une consultation est actuellement en cours dans le cadre du projet britannique sur l'immigration, basé à Birmingham et à Sandwell, au Royaume-Uni.
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Une consultation est actuellement en cours dans le cadre du projet britannique sur l'immigration, basé à Birmingham et à Sandwell, au Royaume-Uni.
© MSF

Ärzte ohne Grenzen bietet spezialisierte Traumaversorgung für Menschen, die in Birmingham Zuflucht suchen

1. Oktober 2026, Birmingham, Vereinigtes Königreich – Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen (MSF) bietet Gruppen- und Einzeltherapien für Geflüchtete und Asylsuchende an, die an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leiden, darunter auch an komplexen Formen der Erkrankung.

Viele der betreuten Menschen haben Konflikte, Folter und Verfolgung überlebt und auf ihrem Migrationsweg Gewalt und Ausbeutung erdulden müssen. Sie sind häufig von Mittellosigkeit und Unsicherheit betroffen. Zudem sind sie Inhaftierung, nachteiligen politischen Massnahmen und Feindseligkeiten durch Grenzkräfte und Protestgruppen ausgesetzt.  

Seit der Gründung des Projekts im Juli 2025 hat Ärzte ohne Grenzen Fachkompetenzen in den Bereichen klinische Versorgung und praktische Einzelfallhilfe aufgebaut. Seit September 2025 bietet die Hilfsorganisation psychologische Unterstützung an und seit Januar 2026 auch Einzeltherapien. Bis heute hat Ärzte ohne Grenzen mehr als 350 Überweisungen von Ärzten und anderen Organisationen erhalten, die mit Migrant:innen arbeiten, und im Rahmen ihres Angebots bei mehr als 230 Personen den psychologischen Unterstützungsbedarf abgeklärt. 

Das klinische Team stellt dabei oft fest, dass die Menschen unter Trennung, Verlust und Trauer leiden. Viele von ihnen weisen traumabedingte Symptome auf – darunter Flashbacks, Albträume, Selbstmordgedanken und übermässige Wachsamkeit – und leiden unter Angstzuständen oder Depression.  

Man muss sich das so vorstellen, dass traumatische Erlebnisse immer wieder «abgespielt» werden. Man fühlt sich dann wie damals, als wäre man wieder zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Man empfindet dieselben Emotionen, dieselben körperlichen Empfindungen, das Gefühl, in unmittelbarer Gefahr zu sein. Dazu kommt: Es passiert ständig. Man kann es weder vorhersagen noch kontrollieren.

Melissa* vom Therapieteam.

«Bei Ärzte ohne Grenzen ist es unser Ziel, hochwertige medizinische Versorgung dort zu leisten, wo sie am dringendsten benötigt wird – unabhängig vom Hintergrund der Betroffenen. Bei psychischen Traumata kann eine Behandlung lebensrettend sein. Eine solche Behandlung ist keine Operation und auch keine Behandlung gegen Tuberkulose, aber genauso wichtig. Psychologische Hilfsangebote können Menschenleben retten.»

Ärzte ohne Grenzen sorgt dafür, dass Menschen genau dann Unterstützung erhalten, wenn sie sie brauchen. Die Patient:innen werden von lokalen Hilfsorganisationen für Geflüchtete und Migrant:innen sowie vom NHS, darunter Hausärzt:innen und psychologische Dienste des NHS, überwiesen. Die therapeutische Arbeit ist Teil eines umfassenderen ganzheitlichen Ansatzes. Dieser beinhaltet auch die Einzelbetreuung von Personen, die in Hotels untergebracht sind, die Weitervermittlung an andere Hilfsdienste sowie gegebenenfalls die Meldung von Bedenken an die zuständigen Behörden. 

Fouzia Bara, Leiterin der Migrations-Taskforce von Ärzte ohne Grenzen, sagt: «Diese Arbeit in Birmingham und Umgebung ist Teil des umfassenden Engagements von Ärzte ohne Grenzen, Vertriebene weltweit zu unterstützen.  

Birmingham ist die zweitgrösste Stadt des Vereinigten Königreichs und beherbergt rund 4150 Asylsuchende. Damit liegt die Stadt nach London an zweiter Stelle. Im Vergleich zur Hauptstadt stehen jedoch weitaus weniger öffentliche und gemeinnützige Angebote zur Verfügung, um den Bedürfnissen gerecht zu werden. 

Unsere spezialisierte traumafokussierte Betreuung wird durch praktische Einzelfallhilfe ergänzt und trägt so dazu bei, die bereits überlasteten NHS-Dienste zu unterstützen und zu entlasten.»

Wir sind auf Traumata spezialisiert. Ein Trauma kann man nicht während der Flucht oder Vertreibung behandeln. Es ist wichtig, dass diese Arbeit im Ankunftsland, also im Land der Sicherheit, geleistet wird. Wir verfügen über umfangreiche Erfahrung im Bereich Migration und haben daher die Kapazitäten und das Fachwissen, um diesem Hilfebedarf gerecht zu werden.

Ghita Benjelloun, die Leiterin des Migrationsprogramms von Ärzte ohne Grenzen im Vereinigten Königreich.