Seit 2003 betreut MSF Strassenjugendliche in Tegucigalpa, jene Bevölkerungsgruppe, die der Gewalt am stärksten ausgesetzt ist und die am wenigsten Unterstützung erhält. Von 2005 bis August 2010 leiteten die Mitarbeiter von MSF ein Zentrum, in dem Strassenkinder und junge Erwachsene unter 24 Jahren medizinisch betreut wurden. Ende August 2010 wurde das Projekt geschlossen und durch ein neues Programm ersetzt. Die Betroffenen werden nun direkt auf der Strasse in den gewalttätigsten Stadtteilen der Hauptstadt aufgesucht, um die sozial benachteiligte Bevölkerung noch besser unterstützen zu können.
Honduras ist das Land mit der höchsten Mordrate in Zentralamerika. Die sozialen Ungleichheiten und die Landflucht führen zu prekären wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen in den Randzonen der Grossstädte, insbesondere in der Hauptstadt Tegucigalpa. Durch den leichten Zugang zu Schusswaffen hat sich die Gewalt rasant ausgebreitet, die Kriminalität wächst ständig weiter. Alle 90 Minuten wird in Honduras ein Mord begangen.
Insbesondere Menschen, die in den Strassen der Hauptstadt Tegucigalpa leben, sind extremer Gewalt ausgesetzt. Eine Untersuchung von MSF aus dem Jahr 2010 ergab, dass fast 59 Prozent der auf der Strasse lebenden Minderjährigen Opfer körperlicher Gewalt und 45 Prozent Opfer sexueller Gewalt wurden.



