Als Folge des verheerenden Erdbebens vom 12. Januar 2010, bei dem Hunderttausende Menschen ums Leben kamen und über eine Million Haitianer ihr Zuhause verloren, führte MSF den grössten Nothilfe-Einsatz in der vierzigjährigen Geschichte der Organisation durch. Nur zehn Monate nach der Katastrophe unterstützten die Teams von MSF ihre haitianischen Kollegen erneut, und zwar bei der Bekämpfung eines landesweiten Cholera-Ausbruchs.
Als MSF 1991 begann, in Haiti zu arbeiten, ging es hauptsächlich darum, die maroden und unhygienischen Spitäler und Gesundheitseinrichtungen wiederaufzubauen. MSF unterstützte das äusserst fragile Gesundheitssystem des Landes, dem es an finanziellen und personellen Ressourcen fehlte. So bot MSF der haitianischen Bevölkerung ein breites Spektrum an medizinischen Diensten an: von Geburtshilfe über Physiotherapie bis zu Programmen für die psychische Gesundheit.
Immer wieder kam es zudem zu Nothilfe-Einsätzen aufgrund von Überschwemmungen und Wirbelstürmen, welche die zerbrechliche Infrastruktur Haitis schwer trafen. Im Jahr 2008 wurde die Stadt Gonaives im Norden der Insel durch einen Wirbelsturm überschwemmt. MSF unterstützte während mehreren Monaten ein 80-Betten-Spital und organisierte mobile Kliniken, um die betroffenen Menschen in den notdürftigen Lagern medizinisch zu versorgen.







