07.11.2017 - DR Kongo

„Jedes Team hat einen ‚Zauberkasten‘ dabei“ – mobil Helfen in entlegenen Regionen

Bericht unserer Pflegefachfrau María Blanco
DR Kongo, 25.10.2017
María Blanco, Pflegefachfrau
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Die Provinz Kasai gehörte bis August 2016 zu den nicht umkämpften Regionen in der vom Bürgerkrieg zerrütteten Demokratischen Republik Kongo. Sie ist jedoch nach wiederholten Gewaltausbrüchen in eine der weltweit schlimmsten humanitären Krisen abgerutscht. Am schwersten betroffen sind die Menschen in ländlichen Gebieten, wo bis zu 400‘000 Kinder von Mangelernährung bedroht sind. Viele Dörfer wurden zerstört und man hat Dutzende Massengräber gefunden. Das Gesundheitssystem befindet sich in einem sehr schlechten Zustand. Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) versucht, die Lücken in der ländlichen Gesundheitsversorgung mit mobilen Teams zu schliessen. Unsere Pflegefachfrau María Blanco, die die Einsätze leitet, berichtet von den Herausforderungen.

„MSF entsendet Teams auf vier Rädern, um die entlegensten und am schwersten zugänglichen Gemeinden in der Provinz Kasai zu erreichen. Ich leite die mobilen Einsätze.

In den ländlichen Gegenden ist die medizinische Versorgung wegen der Gewalt im vergangenen Jahr zusammengebrochen. Nun wollen wir sie wieder in Gang bringen.

Unsere Teams reisen manchmal tagelang, um weit abgelegene Dörfer zu erreichen. Sie müssen alles mitnehmen, was man brauchen könnte, um in unwegsamen Waldgebieten Hindernisse zu überwinden. Manchmal geht es über Flüsse und eingestürzte Brücken. Immer wieder müssen die Teams Baumstämme zersägen und Schlaglöcher in den Schotterpisten ausbessern, bevor die Fahrt weitergehen kann.

Verpflegung und Werkzeug, um eine Woche lang überleben zu können

Jedes Team hat einen ‚Zauberkasten‘ dabei. Darin befindet sich genug Verpflegung und Werkzeug, um eine Woche lang überleben zu können. Er enthält ausserdem alles Nötige für eine Übernachtung im Freien.

Zur Ladung gehört auch eine medizinische Basis-Ausrüstung für die Behandlung von Malaria, Mangelernährung bei Kindern, Hautinfektionen und Durchfall. Solche Erkrankungen treten in Gemeinden auf, deren Bewohner seit langer Zeit keine ausreichende medizinische Versorgung erhalten haben.

Viele Gesundheitszentren wurden völlig zerstört

Wir möchten die lokalen Gesundheitszentren wieder in Betrieb nehmen, viele sind jedoch geplündert oder völlig zerstört worden. Diejenigen, die noch stehen, brauchen Vorräte an Medikamenten, medizinische Ausrüstung und in manchen Fällen Stühle und Tische.

Das Wichtigste ist aber, dass das Fahrzeug gut in Schuss und der Tank mit 160 Litern Benzin gefüllt ist. Normalerweise ist jedes Team zur Sicherheit und wegen des Stauraums mit zwei Fahrzeugen unterwegs. Ein Wagen ist grösstenteils mit Vorräten gefüllt, im anderen fahren unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Das Logo von MSF muss von weitem gut erkennbar sein, sowohl an den Fahrzeugen als auch an der Kleidung. Während der Fahrt muss die leitende Person in regelmässigem Kontakt mit der Basis bleiben.

‚Es geht los. Der mobile Einsatz beginnt ... ‘“

Stichworte
DR Kongo, Gewalt
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