Die Teams von Ärzte ohne Grenzen haben das Personal des Kyeshero-Krankenhauses in Goma in den Arbeitsmethoden im Zusammenhang mit einer Ebola-Epidemie geschult.
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Die Teams von Ärzte ohne Grenzen haben das Personal des Kyeshero-Krankenhauses in Goma in den Arbeitsmethoden im Zusammenhang mit einer Ebola-Epidemie geschult.
© Maria Elena del Carre/MSF

Was ist Ebola? Und wie helfen wir dank jahrelanger medizinischer Expertise?

Ebola ist eine hämorrhagische Fiebererkrankung, die durch Viren verursacht wird. Um die Ausbreitung zu stoppen, müssen Erkrankte isoliert, das Gesundheitspersonal mit spezieller Schutzausrüstung geschützt und strenge Hygieneregeln eingehalten werden. Die  Übertragung des Virus zu verhindern, ist eine zentrale Massnahme, da Behandlungsmöglichkeiten von Ebola oft begrenzt sind.

Im Folgenden beantworten wir häufig gestellte Fragen zum Ebola-Virus.

Am 15. Mai 2026 bestätigte das Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo einen Ebola-Ausbruch in der Provinz Ituri. Auch das Nachbarland Uganda bestätigte einen Ebola-Fall. Wir bereiten die Ausweitung unserer Hilfe in der Region vor und setzen in den bestehenden Projekten strenge Präventionsmassnahmen um.  

Das Ebola-Virus wurde erstmals 1976 beim Menschen im Südsudan und in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) entlang des Flusses Ebola identifiziert. Im März 2014 begann die weltweit grösste Ebola-Epidemie. Innerhalb von fast zwei Jahren wurden in den drei westafrikanischen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia mehr als 28 000 Ebola-Fälle und rund 11 000 Todesfälle registriert. Ärzte ohne Grenzen richtete dort Ebola-Behandlungszentren ein.

Unsere Teams boten auch psychologische Betreuung an, führten Massnahmen zur Gesundheitsförderung durch, beteiligten sich an der epidemiologischen Überwachung, der Kontaktnachverfolgung sowie an der Organisation von sicheren und würdevollen Bestattungen.

Sobald ein Ebola-Ausbruch gemeldet wird, hält sich Ärzte ohne Grenzen bereit, um die jeweiligen Gesundheitsministerien bei ihren Bekämpfungsmassnahmen zu unterstützen. Unsere Teams behandeln dabei nicht nur Erkrankte, sondern schulen auch lokales und internationales Personal – vor Ort, aber auch in Europa – und beteiligen sich aktiv an Forschungsprojekten.

Die Symptome des Ebola-Virus

  • plötzliches hohes Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • allgemeines Unwohlsein
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Hautausschlag
  • Blutungen

Letzte Aktualisierung: 29. Mai 2026 

Ebola ist die Bezeichnung für mehrere Stämme desselben Virus, das beim Menschen erstmals 1976 im Südsudan und in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) entlang des Flusses Ebola festgestellt wurde.

Ebola ist eine sehr seltene Krankheit. In rund der Hälfte der Fälle verläuft sie tödlich – die Zahl variiert zwischen 25 und 90 Prozent, je nach Virusstamm und Behandlung. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis 21 Tagen verursacht die Krankheit Symptome, die jenen von Krankheiten wie Malaria ähneln. Das Virus breitet sich über das Blut aus und schaltet das Immunsystem aus. Ebola ist umso gefährlicher, als die Viren vom Organismus nicht sofort erkannt werden. Bis der Körper reagiert, ist es oftmals schon zu spät. Das Virus verursacht Blutgerinnsel, die die Blutgefässe verstopfen, was schliesslich zu starken Blutungen und einem Versagen der lebenswichtigen Organe führt.

Ebola wird durch das Ebolavirus verursacht. Bislang bekannt sind fünf Spezies von Ebolaviren:

  • Zaire
  • Sudan
  • Taï Forest
  • Bundibugyo
  • Reston

Reston ist als einzige Spezies für Menschen in der Regel nicht gefährlich.

Den jüngsten Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda im Mai 2026 verursacht das Bundibugyo-Ebolavirus. Der Bundibugyo-Ebolavirus unterscheidet sich von der häufiger vorkommenden Zaire-Variante dadurch, dass es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung gibt.

Die geschätzte Sterblichkeitsrate der Bundibugyo-Variante liegt zwischen 25 und 40 Prozent. Dies ist der dritte nachgewiesene Ausbruch des Bundibugyo-Ebolavirus nach Ausbrüchen in Uganda in den Jahren 2007–2008 und in der Demokratischen Republik Kongo im Jahr 2012.

Bisher wurden die grossen Ausbrüche in Westafrika (2014–2016) und in der Demokratischen Republik Kongo (2018–2020) durch das Zaire-Ebolavirus verursacht. Für den Ausbruch in Uganda im September 2022 hingegen war der Sudan-Typ verantwortlich.

Letzte Aktualisierung: 29. Mai 2026

Das Ebola-Virus überträgt sich von Mensch zu Mensch durch direkten Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten und Organen sowie über Oberflächen, die Infizierte mit dem Ebola-Virus kontaminiert haben.

Vor allem für Gesundheitspersonal besteht ein hohes Ansteckungsrisiko, denn sie arbeiten eng mit infizierten Patient:innen. Die Mitarbeiter:innen in Gesundheitszentren müssen daher immer eine persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen.

Das Ebola-Virus kann zudem auch durch den direkten Kontakt mit an Ebola Verstorbenen übertragen werden. Bestattungen von an Ebola Verstorbenen müssen daher ebenfalls mit Schutzausrüstung durchgeführt und die Leichen keinesfalls direkt berührt werden. Dies widerspricht oft kulturellen Praktiken und dem menschlichen Bedürfnis von Angehörigen, Abschied zu nehmen.

Letzte Aktualisierung: 29. Mai 2026

Aufgrund der unspezifischen Frühsymptome ist die Diagnose von Ebola zunächst schwierig. Besteht bei Patient:innen der Verdacht auf Ebola, sind folgende Massnahmen angezeigt:

Ein Labortest (PCR-Tests, die in vielen Kontexten oft nicht ohne weiteres verfügbar sind) bestätigt die Diagnose.
Die Patient:innen werden isoliert gepflegt, um das Infektionsrisiko für Angehörige und Betreuer:innen zu minimieren.
Expert:innen des öffentlichen Gesundheitswesens müssen über den Verdacht der Ebola-Infektion benachrichtigt werden.

Letzte Aktualisierung: 29. Mai 2026

Seit Oktober 2020 sind die Therapeutika Inmazeb® (REGN-EB3) und Ebanga (mAB114) für die Behandlung von Zaire-Ebola-Infektionen zugelassen.

In Ausbrüchen, die durch einen anderen Typ verursacht werden, werden weiterhin zunächst experimentelle Therapieoptionen untersucht bzw. die Krankheit symptomatisch behandelt.

Die symptomatische Behandlung beinhaltet unterstützende Massnahmen:

Symptome wie Fieber und Übelkeit lindern Ärzt:innen mit Fieber- und Schmerzmitteln.
Mit Trinklösungen normalisieren sie den Flüssigkeitshaushalt der Patient:innen (Rehydrierung).
Ausserdem behandeln sie zusätzliche Krankheiten der Patient:innen wie Malaria oder eine Sepsis.
Das Gesundheitspersonal unterstützt die Patient:innen bei der Ernährung.

Die Patient:innen sollten zudem isoliert werden, um eine Ansteckung bisher nicht infizierter Menschen zu verhindern. Die von Ebola Betroffenen und ihre Familien sollten psychologisch unterstützt werden.

Letzte Aktualisierung: 29. Mai 2026

Patient:innen werden in speziellen Behandlungszentren betreut, in denen strenge Vorschriften zur Kontrolle der Infektion gelten.

Darüber hinaus ist es wichtig, alle weiteren möglicherweise Infizierten zu finden, zu denen Patient:innen mit Ebola zuvor Kontakt hatten, sowie Leichen sicher zu bestatten.

Expert:innen klären in Gesundheitskampagnen über die Bedrohung auf und versorgen die Bevölkerung mit Informationen, wie sich diese vor Ebola schützen können und was sie tun sollen, wenn Ebola-Symptome auftreten.

Letzte Aktualisierung: 29. Mai 2026

Aktuell gibt es zwei Behandlungsmethoden, die auf dem Einsatz von monoklonalen, virusspezifischen Antikörpern beruhen. Diese erhöhen die Überlebenschancen erheblich. Gleichzeitig können Infusionen nötig sein, um eine Dehydratation infolge von Durchfall zu verhindern. Auch Vitamine oder Schmerzmittel können hilfreich sein. Wenn die Patient:innen das Bewusstsein verlieren und starke Blutungen haben, kann nicht mehr viel für sie getan werden. In diesem Fall lindern wir ihre Schmerzen und stehen ihnen bis zum Schluss mit Palliativpflege bei.

Um eine Ansteckung des Pflegepersonals zu vermeiden und den Erkrankten die besten Überlebenschancen zu bieten, müssen strikte Vorschriften befolgt werden. Mitarbeitende, die in direktem Kontakt mit Verdachtsfällen oder bestätigten Ebolafällen sind, müssen eine persönliche Schutzausrüstung tragen. Zwischen den Isolationsstationen und der Aussenwelt werden Dekontaminationsschleusen eingerichtet.

Bei einem Ebola-Ausbruch ist es entscheidend, dass die Bekämpfungsmassnahmen in direkter Nähe der betroffenen Bevölkerung stattfinden. Ärzte ohne Grenzen empfiehlt deshalb die Einrichtung von kleineren Gesundheits- oder Isolationszentren sowie von spezialisierten Einrichtungen für schwer erkrankte Patient:innen. Es ist zentral, Hand in Hand mit der betroffenen Bevölkerung zu arbeiten, um direkt auf ihre Bedürfnisse eingehen zu können.

Während der grossen Ebola-Epidemie in Westafrika nahmen unsere Behandlungszentren insgesamt 10 376 Patient:innen auf, darunter 5 226, die positiv auf Ebola getestet worden waren.

Letzte Aktualisierung: 29. Mai 2026

Um eine Epidemie einzudämmen, muss die gesamte Ansteckungskette verfolgt werden. Dazu müssen sämtliche Kontaktpersonen der Verdachtsfälle ausfindig gemacht, überwacht und bei ersten Anzeichen isoliert werden. Zudem müssen die betroffenen Gemeinschaften über die Krankheit und die zu treffenden Vorsichtsmassnahmen informiert werden.

Während des Ausbruchs in der DR Kongo im Jahr 2018 hat sich der Impfstoff Ervebo als wirksamer Schutz gegen den Zaire-Stamm des Ebola-Virus erwiesen und ist nun fester Bestandteil der Bekämpfungsmassnahmen.

Überlebende von Ebola haben häufig mit Spätfolgen zu kämpfen, dem sogenannten Post-Ebola-Syndrom. Dazu gehören Gelenkschmerzen, chronische Müdigkeit sowie Seh- und Hörprobleme. Rund ein Viertel der Überlebenden zeigt Anzeichen für posttraumatischen Stress, ebenso viele leiden unter Depressionen.

Letzte Aktualisierung: 29. Mai 2026