From Ground Zero : « FilmTour 2026»
© Nour Alsaqqa/MSF
11. November 2026 / 24. November 2026
Die Menschen im Gazastreifen dürfen nicht vergessen werden
Ärzte ohne Grenzen lädt in mehreren Städten der Schweiz und in Liechtenstein zu besonderen Filmabenden ein. Gezeigt werden zwei Kurzfilme aus dem Projekt From Ground Zero, das vom palästinensischen Regisseur Rashid Masharawi initiiert wurde.
Die Filme wurden von palästinensischen Filmschaffenden im Gazastreifen realisiert. Sie erzählen von Angst, Verlust, Vertreibung, Überleben und Hoffnung – aus der Sicht von Menschen, die den Krieg selbst erleben. Sie machen sichtbar, was hinter Nachrichten, Zahlen und Schlagzeilen steht: Menschenleben, Familien und Geschichten, die nicht vergessen werden dürfen.
Ablauf des Abends
Begrüssung und Einführung
Kurze Einführung durch Ärzte ohne Grenzen zur humanitären Situation im Gazastreifen.
Screening
Vorführung von zwei Kurzfilmen aus From Ground Zero.
Gespräch und Fragerunde
Im Anschluss moderiertes Gespräch oder offene Fragerunde zu den Filmen und zur Situation im Gazastreifen.
Gezeigte Filme
Sehr kleine Träume – Etimad Washah – 20′
In den Notunterkünften von Rafah versuchen palästinensische Frauen, ihre Körperhygiene zu wahren, trotz mangelnder Hygieneartikel. Indem die Zuschauer: innen in deren tägliche Realität eintauchen, lernen sie alternative und innovative Mittel kennen, die Frauen im Gazastreifen anwenden, um ihre körperliche Würde aufrechtzuerhalten – insbesondere während Schwangerschaft, Geburt und der Zeit danach. Sehr kleine Träume ist eine stumme Reise, auf der selbst grundlegendste Bedürfnisse zu unerreichbaren Träumen werden.
Hassan – Mohammad Alshareef – 30′
Als der Kampf um Nahrungsmittel im nördlichen Gazastreifen eskalierte, versuchte der 17-njährige Hassan , einen Sack Mehl nach Hause zu bringen. Sein gefährlicher Versuch resultierte in viertägiger Haft, gefolgt von fünfzehn Monaten Zwangsumsiedlung n den Süden des Gazastreifens. Während dieser Zeit lebte er allein im Exil, zog von einer überfüllten Notunterkunft zur nächsten, auf der Suche nach Nahrung und einem Schlafplatz. Wiederholt versuchte er, seine restliche Familie wieder zu vereinen,. Seinen jüngeren Bruder v und seinen Vater hatte er bereits verloren, vor und während der Vertreibung. Der quälende Wunsch, nach Hause zurückzukehren, verliess ihn nie. Er gab die Hoffnung nicht auf,, wieder in der Nähe derer zu sein, die von seiner Familie übriggeblieben waren – seine Mutter und seine Schwester.
Die humanitäre Situation im Gazastreifen dauert an. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Zerstörung, Leid und Vertreibung als normalwahrgenommen werden. Gerade deshalb ist es wichtig, weiter hinzusehen und zuzuhören.
From Ground Zero gibt palästinensischen Stimmen Raum und zeigt auf sehr persönliche Weise, was Krieg für das Leben der Menschen bedeutet. Ärzte ohne Grenzen macht weiterhin auf die humanitären Folgen des Krieges aufmerksam – auf die Zerstörung der Gesundheitsversorgung, wiederholte Vertreibungen, den Mangel an grundlegenden Dienstleistungen und die extreme Verwundbarkeit der Zivilbevölkerung.
Anmeldung erforderlich
Die Teilnahme ist kostenlos, die Platzzahl jedoch begrenzt.
Bitte melden Sie sich für die Veranstaltung in Ihrer Stadt an.
© Nour Alsaqqa/MSF