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Osttschad: Untersuchung von Missbrauchsfällen und Stärkung der Prävention
13 Min.
Seit 2018 erfassen und veröffentlichen wir Daten zu Beschwerden über Fehlverhalten innerhalb unserer Organisation. Dieses Jahr veröffentlichen wir neben unserem Verhaltens- und Rechenschaftsbericht die Ergebnisse unserer Untersuchung und die ergriffenen Massnahmen rund um die Missbrauchsvorwürfe im Osten des Tschad. Das Ziel ist, Missbrauch und Fehlverhalten nicht nur dort, sondern innerhalb der gesamten Organisation besser vorzubeugen, aufzudecken und angemessen darauf zu reagieren.
Schutzmassnahmen in humanitären Notlagen
Ärzte ohne Grenzen setzt sich dafür ein, ein Umfeld zu schaffen, das frei von Missbrauch, Ausbeutung und Belästigung ist.
Der Begriff «Schutzmassnahmen» (Safeguarding), der in diesem Text durchgehend verwendet wird, bezieht sich auf die Massnahmen, die wir ergreifen, um Missbrauch zu verhindern, aufzudecken und dagegen vorzugehen. Im Mittelpunkt dieser Bemühungen stehen die Sicherheit und der Respekt der Betroffenen sowie die Unterstützung, die sie erwarten dürfen.
Die Schutzmassnahmen, die wir in all unseren Projekten und Büros umsetzen, zielen darauf ab, ein sicheres und vertrauensvolles Umfeld für Patient:innen, Gemeinschaften und Mitarbeitende zu schaffen.
Untersuchung von Missbrauch in einer humanitären Notlage
Ärzte ohne Grenzen ist seit 1981 im Tschad tätig und leistete bei mehreren Krisen im Land Hilfe. Bereits vor dem Krieg im Sudan lebten im Tschad rund eine Million Geflüchtete und Binnenvertriebene.
Als im April 2023 im benachbarten Sudan Krieg ausbrach, flohen weitere 900 000 Menschen über die Grenze in das Land und liessen sich in einem bereits schlecht versorgten Gebiet nieder. Der Bedarf an medizinischer Versorgung, Unterkünften, Nahrungsmitteln, Wasser und sanitären Einrichtungen stieg in der Folge drastisch an. Nach jedem Gewaltausbruch kamen weitere Geflüchtete und Verletzte ins Land, sodass die bestehenden Camps und medizinischen Einrichtungen bald an die Grenze ihrer Kapazitäten stiessen. Mitte 2023 kamen täglich rund 2000 Geflüchtete an. Während einer besonders intensiven Phase im Juni 2023 trafen innerhalb von nur drei Tagen 850 Verwundete in den Einrichtungen von Ärzte ohne Grenzen im Osten des Tschad ein – allein am 16. Juni waren es fast 400 Menschen.
Die rasante Entwicklung und das Ausmass der Notsituation erforderten, dass Ärzte ohne Grenzen die Projekte rasch ausbaute und in kurzer Zeit zahlreiche zusätzliche Mitarbeitende einstellte. 2025 belief sich die Zahl der Mitarbeitenden auf 2446. Die umfangreichen medizinischen und humanitären Massnahmen umfassten in diesem Jahr unter anderem 586 900 ambulante Konsultationen und 979 600 Impfungen sowie die Verteilung von 362 Millionen Liter chloriertem Wasser.
Ende 2024 wurde Ärzte ohne Grenzen im Rahmen einer Medienrecherche auf Vorwürfe von sexueller Ausbeutung, Missbrauch und Belästigung im Zusammenhang mit den Hilfseinsätzen im Osten des Tschad aufmerksam gemacht. Darunter waren drei konkrete Vorwürfe gegen Personen, die für die Organisation tätig waren.
In der Folge leiteten wir Untersuchungen ein und entsandten geschulte Ermittler:innen vor Ort, um den Sachverhalt aufzuklären. Dabei ging es auch darum, den Betroffenen Unterstützung zukommen zu lassen, Disziplinarmassnahmen gegen die Täter:innen zu ergreifen und das Risiko für weitere Missbräuche zu verringern. Solche Meldungen von Fehlverhalten werden bei Ärzte ohne Grenzen standardmässig untersucht. In diesem Fall entschieden wir uns jedoch, die Untersuchungen auf alle Einsatzgebieten im Osten des Tschad auszudehnen, um ein möglichst vollständiges Bild des Ausmasses des Missbrauchs zu erhalten und so viele Überlebende und Täter:innen wie möglich zu identifizieren.
Die hier veröffentlichten Ergebnisse sind eine Zusammenfassung der Untersuchung und Massnahmen, die in der Folge ergriffen wurden. Um die Sicherheit der betroffenen Personen und der Zeug:innen zu wahren, enthalten sie weder die zugrunde liegenden Ermittlungsakten noch fallbezogene Informationen. So soll verhindert werden, dass Informationen, die Rückschlüsse auf die Identität von Personen oder Orte zulassen, an die Öffentlichkeit gelangen.
Ergebnisse der Untersuchungen
Über einen Zeitraum von acht Monaten prüften 16 Ermittler:innen 59 Vorwürfe gegen Mitarbeitende und mit unserer Organisation in Verbindung stehende Personen, darunter Angestellte, Beschäftigte auf Tagesbasis und Lieferanten. Die meisten Vorwürfe betrafen sexuelle Ausbeutung, Missbrauch und Belästigung.
Die Ergebnisse spiegeln gesellschaftliche Ungleichheiten und Machtgefälle wider, insbesondere in Bezug auf das Geschlecht: Die meisten Überlebenden von Missbrauch – vor allem von sexuellen Formen des Missbrauchs – waren Frauen, während alle im Rahmen des Verfahrens identifizierten Täter Männer waren. Es zeigte sich, dass Missbrauch und Fehlverhalten häufig dort auftraten, wo erhebliche Machtungleichgewichte bestanden. So etwa zwischen Personen in Macht- oder Autoritätspositionen und solchen mit weniger Einfluss sowie zwischen humanitären Einsatzkräften und den Menschen, denen sie eigentlich helfen sollten.
Jeder Vorwurf wurde sorgfältig geprüft. Während einige Vorwürfe sich bestätigten, liessen sich andere nicht vollständig verifizieren, etwa weil Betroffene oder mutmassliche Täter nicht identifiziert oder innerhalb bzw. ausserhalb der weitläufigen Geflüchtetencamps im Ost-Tschad nicht ausfindig gemacht werden konnten.
Es konnte nur eine begrenzte Anzahl von Überlebenden ermittelt werden. Wann immer dies möglich war, wurde medizinische und psychologische Betreuung angeboten. Bedenken hinsichtlich Vertraulichkeit, negativer Beurteilung oder Vergeltungsmassnahmen hatten jedoch Auswirkungen darauf, ob die Betroffenen diese Hilfsangebote in Anspruch nahmen.
In Fällen, in denen die Täter identifiziert und schwerwiegendes Fehlverhalten nachgewiesen werden konnten, wurden entsprechende Sanktionen verhängt. So wurden achtzehn Mitarbeitende entlassen und dauerhaft von der Arbeit bei Ärzte ohne Grenzen ausgeschlossen. Zudem wurde ein Vertrag mit einem Dienstleister beendet.
Die Untersuchungen deckten neben den Einzelfällen auch generelle Mängel bei der Umsetzung bestehender Schutzmassnahmen in unseren Programmen auf.
In einer Phase raschen operativen Wachstums wurde bei der Rekrutierung und Einarbeitung nicht konsequent sichergestellt, dass alle Mitarbeitenden die Verhaltensgrundsätze von Ärzte ohne Grenzen verstanden hatten und einhielten. Auch Risikoanalysen zum Schutz vor Missbrauch waren nicht systematisch durchgeführt worden. Hinzu kam, dass viele Patient:innen, Kolleg:innen und Gemeindemitglieder nicht wussten, wie sie Missbrauch sicher und vertraulich melden konnten.
Der Umstand, dass es sich um eine humanitäre Notsituation handelte, erhöhte die Risiken zusätzlich. Bewaffnete Konflikte, Vertreibung, Mangel an und Abhängigkeit von humanitärer Hilfe schufen erhebliche Machtungleichgewichte. Daher ist es in solchen Situationen umso wichtiger, der Prävention und Bekämpfung von Missbrauch noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
We have strengthened local recruitment practices, induction and ongoing training both for individuals and teams, to ensure that everyone working for MSF understands the rules and standards of behaviour expected of them, what constitutes unacceptable conduct, and possible consequences.
In Chad, safeguarding considerations are being incorporated into each stage of recruitment and staff management, including mentioning it in job adverts, during interviews, onboarding and ongoing supervision. For example, in some projects, we ask scenario-based questions in interviews to explore candidates' understanding of abuse prevention and how they would respond if they witnessed inappropriate behaviour. These practices continue to develop, with greater attention to safeguarding awareness and responsibilities across different roles, particularly those involving direct contact with patients.
Teams have carried out risk assessments to identify circumstances where people might face heightened risks of abuse, allowing preventive measures to be put in place. This includes adapting reporting mechanisms; redesigning activities, services, and programmes; and increasing awareness of abuse and reporting mechanisms among people who are least likely to report concerns.
We have strengthened local safeguarding support to work more systematically alongside our teams in eastern Chad, helping them to incorporate safeguarding into their work and our programmes, and to identify, anticipate and respond to emerging risks.
Verstärkung der Schutzmassnahmen im Osttschad
Unsere Untersuchungen im Osten des Tschad führten zu konkreten Veränderungen in der Art und Weise, wie wir Missbrauch und Fehlverhalten verhindern, aufdecken und dagegen vorgehen.
Missbrauch vorbeugen
Wir haben die Verfahren während der Rekrutierung, Einarbeitung und Weiterbildung vor Ort verbessert. Damit stellen wir sicher, dass alle Personen, die für Ärzte ohne Grenzen tätig sind, die geltenden Regeln und Verhaltensstandards kennen und wissen, was als inakzeptables Verhalten gilt und welche Konsequenzen es bei Fehlverhalten gibt.
Schutz vor Missbrauch ist im Tschad nun in jeder Phase der Personalrekrutierung und -führung ein Thema; es wird bereits in den Stellenanzeigen, während Vorstellungsgesprächen und der Einarbeitung wie auch im Verlauf der Tätigkeit zur Sprache gebracht. So stellen wir beispielsweise in Vorstellungsgesprächen den Bewerbenden Fragen, wie sie in bestimmten Situationen reagieren würden. Das gibt Aufschluss darüber, wie gut sie mit der Prävention von Missbrauch vertraut sind und wie sie im Falle von unangemessenem Verhalten vorgehen würden. Diese Verfahren werden laufend weiterentwickelt. Dabei achten wir verstärkt darauf, dass sich Mitarbeitende in den verschiedenen Funktionen ihrer Verantwortung für den Schutz vor Missbrauch bewusst sind – insbesondere jene, die direkten Kontakt mit Patient:innen haben.
Um Situationen zu identifizieren, in denen ein erhöhtes Missbrauchsrisiko besteht, wurden Risikoanalysen durchgeführt, sodass entsprechende Präventionsmassnahmen ergriffen werden können. Dazu gehören etwa die Anpassung der bestehenden Meldesysteme oder die Neugestaltung von Aktivitäten, Hilfsangeboten und Programmen. Ein besonderes Augenmerk gilt Menschen, bei denen die Hemmschwelle, sich zu melden, besonders gross ist.
Zudem haben wir die lokale Unterstützung im Ost-Tschad ausgebaut, damit unsere Teams dort Schutzaspekte besser integrieren und neu auftretende Risiken früh erkennen und angehen können.
Fehlverhalten und Missbrauch einfacher erkennen und melden
Gemeinsam mit Patient:innen, Frauengruppen und Gemeindevorsteher:innen arbeiten wir daran, das Bewusstsein für Missbrauch und Fehlverhalten zu erhöhen und die Menschen darüber aufzuklären, wie sie Vorfälle sicher und vertraulich melden können.
In einigen Projekten im Osttschad haben wir Arbeitsgruppen gebildet, um gemeinsam herauszufinden, welche Meldekanäle von den Menschen als besonders sicher betrachtet und daher am ehesten genutzt werden würden. Aufgrund der Rückmeldungen aus den Gruppen haben wir eine Person («Patient Liaison Officer») eingesetzt, die sich regelmässig mit Patient:innen in Spitälern, Gesundheitszentren und in den Dörfern austauscht und ihnen dabei erklärt, was unter inakzeptablem Verhalten zu verstehen ist und wie Vorfälle gemeldet werden können. Diese offene Kommunikation hilft, einen vertrauensvollen Rahmen zu schaffen, und ermöglicht es den Teams, Probleme frühzeitig zu erkennen.
Wir bemühen uns zudem, den Frauenanteil in sämtlichen Projekten zu erhöhen, insbesondere in der Gesundheitsversorgung von Müttern und Kindern. Denn es kann für Patient:innen und Mitarbeitende einfacher sein, Bedenken bezüglich Missbrauch gegenüber einer Frau zu äussern.
Diese Änderungen sollen nicht nur die Meldung von Vorfällen erleichtern, sondern Ärzte ohne Grenzen auch dabei helfen, Anzeichen von Missbrauch frühzeitig zu erkennen, sodass rechtzeitig die entsprechenden Massnahmen getroffen werden können.
Unterstützung der Betroffenen
Wir sind uns bewusst, dass unsere Unterstützung für die Überlebenden im Osten des Tschad begrenzt war. Es hätte grössere Anstrengungen gebraucht, um durch aktiven Austausch die Bedürfnisse und Wünsche der Überlebenden zu verstehen und um eine angemessene Form der Unterstützung bereitzustellen – auch über die Hilfe hinaus, die Ärzte ohne Grenzen selbst leisten konnte.
Oft müssen Überlebende von Übergriffen erhebliche Hindernisse überwinden, um Hilfe zu erhalten. Dies gilt umso mehr für die Orte, an denen wir tätig sind. Betroffene sind zum Teil starker Stigmatisierung und negativen Konsequenzen ausgesetzt, wenn sie Vorfälle melden. Angemessene, auf die Bedürfnisse der Überlebenden ausgerichtete Hilfsangebote sind oft sehr begrenzt oder schwer zugänglich. Manchmal kennen die Menschen diese auch nicht oder vertrauen ihnen nicht. Hinzu kommen familiäre Pflichten, die es gerade Frauen zusätzlich erschweren, Hilfe aufzusuchen. Die Angst vor Vergeltungsmassnahmen oder ungenügendem Schutz der Privatsphäre ist ein weiteres Hindernis.
Umso wichtiger sind gute Präventionsarbeit und ein proaktiver Ansatz, um Risiken frühzeitig zu erkennen und Missbrauch möglichst zu verhindern. Regelmässige Beratungen und Gespräche mit Patient:innen, Gemeinschaften und Kolleg:innen sind wichtige Bestandteile dieser Arbeit. Die Bereitstellung von sicheren Räumen, in denen die Menschen offen sprechen können, hilft, frühzeitig mögliche Probleme zu erkennen.
Wichtig ist uns, den Menschen klarzumachen, dass sie Hilfe aufsuchen können, ohne Vergeltungsmassnahmen seitens Ärzte ohne Grenzen befürchten zu müssen oder den Zugang zu humanitärer Hilfe zu verlieren.
Verbleibende Herausforderungen
Eines der Hauptprobleme ist, dass Vorfälle nach wie vor zu selten gemeldet werden. Dies gilt nicht nur für den humanitären Bereich, sondern für die Gesellschaft insgesamt. Dabei ist zu beachten, dass die Anzahl gemeldeter Fälle unterschiedlich interpretiert werden kann: Eine Zunahme kann darauf hindeuten, dass die Menschen mehr Vertrauen haben, sich zu melden – eine geringe Anzahl bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass keine Probleme vorliegen. Es gibt verschiedene Gründe, warum Vorfälle nicht gemeldet werden: Manche Menschen denken, dass die Meldung zu keinem konkreten Ergebnis führt, oder sie befürchten, dadurch den Zugang zu Hilfsleistungen zu verlieren. Einer unserer Schwerpunkte ist daher weiterhin, das Vertrauen in die Meldesysteme zu stärken.
Gespräche mit lokalen Führungspersonen haben gezeigt, dass im Osten des Tschad – wie an vielen anderen Orten auch – sexueller Missbrauch ein heikles und mit Tabus behaftetes Thema ist. Dies kann es für Betroffene schwierig machen, mit Aussenstehenden darüber zu sprechen. Eine weitere Hemmschwelle ist fehlendes Vertrauen in rechtliche Verfahren: Die Menschen bezweifeln oftmals, dass eine Meldung von Missbrauch überhaupt etwas bewirkt. Dieses Misstrauen bezieht sich auch auf Meldekanäle wie jene, die von Ärzte ohne Grenzen eingerichtet wurden.
Dies zeigt, dass es bei der Wirksamkeit von Schutzmassnahmen nicht nur um gut funktionierende Präventions- und Meldemechanismen geht, sondern auch darum, sich mit den spezifischen Risiken, Verhaltensweisen und Wertvorstellungen im jeweiligen Einsatzgebiet vertraut zu machen. Dazu braucht es Gespräche mit verschiedenen Mitgliedern der Bevölkerung und, falls nötig, eine entsprechende Anpassung unseres Vorgehens. Um Vertrauen aufzubauen, müssen Patient:innen, Gemeindemitglieder und Mitarbeitende wissen, dass ihre Meldungen ernst genommen und weiterverfolgt werden.
Stärkung der Schutzmassnahmen bei Ärzte ohne Grenzen
Die Ergebnisse der Untersuchungen im Osten des Tschad haben auch Veränderungen innerhalb der gesamten Bewegung von Ärzte ohne Grenzen herbeigeführt. Im vergangenen Jahr haben wir unsere globalen Screening-Prozesse gestärkt, um zu verhindern, dass Personen, die nachweislich Missbrauch oder schweres Fehlverhalten begangen haben, zwischen Projekten wechseln oder an anderer Stelle in unserer Organisation erneut eingestellt werden. Die Bereiche Rekrutierung, Einarbeitung und Aufsicht wurden ausgebaut, und den jeweiligen Länderteams stehen zusätzliche Fachkräfte für Schutzmassnahmen sowie Ermittler:innen zur Seite.
Wir sind uns bewusst, dass strengere Richtlinien und verbesserte Abläufe allein noch kein Erfolgsnachweis sind. Entscheidend ist, ob sie zu einem sichereren Umfeld, mehr Vertrauen in die Meldekanäle und einer besseren Unterstützung der Betroffenen führen. Wir werden weiterhin prüfen, was funktioniert, bei Bedarf Lücken schliessen und in unserem jährlichen Verhaltens- und Rechenschaftsbericht Zahlen zu Missbrauch und Fehlverhalten veröffentlichen.
Die Arbeit in diesem Bereich endet nicht mit den Untersuchungen im Osten des Tschad. Missbrauch und Fehlverhalten können überall vorkommen, doch herrschende Machtungleichgewichte können die Risiken dafür erhöhen. Unsere Aufgabe besteht darin, diese Risiken so weit wie möglich zu verringern, ein Umfeld zu schaffen, in dem die Menschen sich trauen, Missbrauch oder Fehlverhalten zu melden, und Betroffene zu unterstützen. Im Falle eines Missbrauchs gilt es zudem, die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Wir bemühen uns, auf jeden Hinweis zu reagieren, Täter:innen zur Rechenschaft zu ziehen und aus jedem Fall neue Erkenntnisse zu gewinnen. Nur so können wir die Massnahmen zur Prävention und Erkennung von Missbrauch und Fehlverhalten verbessern und angemessen darauf reagieren.