Seit November 2007 ist MSF in Swasiland im Einsatz. Es handelt sich dabei um eines der weltweit am stärksten von HIV/Aids und Tuberkulose betroffenen Länder der Welt. MSF Schweiz hilft bei der Bekämpfung der verheerenden Doppelepidemie, indem sie Tausende HIV/Aids- und Tuberkulosepatienten in der Region Shiselweni im Süden von Swasiland betreut.
Es gibt kein Land, in dem sich die HIV/Aids-Epidemie gravierender auswirkt als in Swasiland. Der kleine südafrikanische Binnenstaat verzeichnet die höchste Verbreitungsrate des Virus bei Erwachsenen (26 Prozent) und gleichzeitig den höchsten Prozentsatz einer Koinfektion mit Tuberkulose (80 Prozent). Darüber hinaus leiden 10 Prozent der Tuberkulosepatienten an einer medikamentenresistenten Form dieser Krankheit. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in den letzten Jahren auf unter 32 Jahre gesunken, 1997 lag sie noch bei 57 Jahren.
Durch die hohe Rate an HIV/Aids- und Tuberkulosekranken fehlt in Swasiland die wirtschaftlich aktivste Bevölkerungsgruppe. Die hohe Inflation bei den Grundverbrauchsgütern, Transportkosten und die Einkommensverluste der arbeitsunfähigen Personen haben für viele Haushalte mit bereits begrenztem Einkommen katastrophale Folgen. Die Spitäler sind überfüllt und eine wachsende Zahl von Menschen sieht sich gezwungen, ihre Arbeit aufzugeben, um sich um die erkrankten Familienmitglieder zu kümmern.



