Nach dem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im Jahr 2006 führte MSF eine Studie über die medizinischen Bedürfnisse der Bevölkerung durch. Diese ergab, dass 17 Prozent der libanesischen Bevölkerung psychologische Unterstützung benötigen. Das libanesische Gesundheitssystem ist zwar intakt, kann jedoch diesen Betreuungsbedarf nur ungenügend abdecken.
Aus diesem Grund eröffnete MSF im Jahr 2008 ein Projekt für mentale Gesundheit in Burj el-Barajneh, am südlichen Rand der Hauptstadt Beirut. Ziel ist es, den Bewohnern dieses Quartiers – vor allem Migranten, Libanesen aus unterprivilegierten Schichten und 18’000 palästinensische Flüchtlinge – psychologische und psychiatrische Unterstützung anzubieten.
Nach einem fünfzehn Jahre währenden Bürgerkrieg (1975-1990) erfuhr der Libanon eine Phase des Wiederaufbaus, die mit der Ermordung des Premierministers Rafiq Hariri im Februar 2005 ihr Ende fand. Im Sommer 2006 löste die Entführung von zwei israelischen Soldaten durch die Hisbollah-Miliz einen 33 Tage andauernden Krieg aus, in dessen Verlauf Israel den südlichen Stadtrand von Beirut, den Süden des Libanon und Baalbek bombardierte. Dabei gab es sowohl Opfer und Zerstörung unter den Zivilisten als auch bei den bewaffneten Gruppierungen.



