2010 war für Kirgisistan ein besonders schwieriges Jahr. Im April wurde Präsident Bakijew durch einen Volksaufstand gestürzt. Im Juni brach im Süden des Landes zwischen den kirgisischen und usbekischen Bevölkerungsgruppen ein Konflikt aus. MSF ist seit 2005 im Rahmen eines Tuberkulose-Programms in Gefängnissen in Kirgisistan tätig und konnte deshalb umgehend auf die dringendsten Bedürfnisse der Menschen reagieren.
Kirgisistan, das 1991 seine Unabhängigkeit erlangte, ist nach wie vor eines der ärmsten Länder Zentralasiens. Es ist ein gebirgiges, an Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan und China angrenzendes Land, das vorwiegend über landwirtschaftliche Ressourcen verfügt.
Die Anfang der 90er Jahre durchgeführten Reformen des Gesundheitssystems fangen langsam an Früchte zu tragen, jedoch werden sie wegen fehlender Investitionen dieses hoch verschuldeten Staates verzögert – die Löhne des medizinischen Pflegepersonals bleiben niedrig und in den Randgebieten mangelt es wegen des sogenannten „Brain Drains“ – der Auswanderung von qualifizierten und ausgebildeten Fachkräften ins Ausland – an Personal.
Der Kampf gegen Tuberkulose stellt weiterhin eine grosse Herausforderung für die Behörden dar, insbesondere in den Gefängnissen, wo jedes Jahr zahlreiche Fälle von multiresistenter TB festgestellt werden.







