Seit 2007 widmet sich MSF der medizinischen und psychosozialen Versorgung von Opfern sexueller Gewalt in der Hauptstadt Guatemala City, die besonders stark von Gewalt und Kriminalität betroffen ist. Darüber hinaus versorgt MSF in Guatemala Opfer von Naturkatastrophen wie etwa dem Ausbruch des Vulkans Pacaya und dem Tropensturm Agatha im Jahr 2010.
MSF ist seit 1986 in Guatemala im Einsatz, ein Land, das eine der weltweit höchsten Gewalt- und Kriminalitätsraten aufweist. In den 80er und 90er Jahren hat MSF Schweiz mehrere Projekte auf die Beine gestellt, um die medizinische Versorgung von Gewaltopfern – insbesondere indigene Völker und im Bürgerkrieg vertriebene Menschen – in verschiedenen urbanen und ländlichen Gebieten des Landes zu verbessern.
Von 2001 bis 2007 führte MSF HIV/Aids-Programme in den Städten Guatemala City und Coatepeque. Während dieser Zeit stellten die Teams fest, dass die sexuelle Gewalt und der fehlende Zugang zu medizinischer Versorgung unter den Betroffenen eine der grössten humanitären Herausforderungen im Land darstellte. Jedes Jahr werden um die 10'000 Vergewaltigungen registriert – die Dunkelziffer liegt weit höher. Doch trotz der Allgegenwärtigkeit von Gewalt in Guatemala erhalten die Betroffenen kaum Hilfe oder angemessene Behandlung.




