Libanon - Ein gemeindepsychiatrisches Gesundheitszentrum in Burj el Barajneh

Burj el-Barajneh, Libanon, 06.12.2010
Psychosoziale Versorgung in Burj el-Barajneh, südlich von Beirut.
Wo ist das?
Libanon
MSF Zahlen
Lokale Mitarbeiter:
19
Int. Mitarbeiter:
3
Budget:
CHF 1'222'000
Eckdaten(ch - Zahlen)
Fläche
10'452 km²(41'285 km²)
Einwohnerzahl
4'224'000 Mio.(7'459'000)
Ärztedichte
3.62 auf 1000(3.75)
Säuglingssterblichkeit
21.82 auf 1000(4.2)
Lebenserwartung Männer
71.15 Jahre(78.6)
Lebenserwartung Frauen
76.31 Jahre(83.7)
Quelle: Brockhaus
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Psychosoziale Versorgung in Burj el-Barajneh, südlich von Beirut

Das 2008 eröffnete MSF-Zentrum für mentale Gesundheit befindet sich nahe des Flüchtlingslagers von Burj el-Barajneh, dem am dichtesten bevölkerten Gebiet der Stadt; hier wohnen 18'000 Palästinenser dicht gedrängt auf 1,5 Quadratkilometern. Ungeachtet einiger Verbesserungen bleiben die Lebensbedingungen im Burj-el-Barajneh-Lager dürftig: Fliessendes Wasser und Strom sind nur wenige Stunden am Tag verfügbar, und ein Zimmer wird im Schnitt von vier Personen geteilt. Es gibt nur wenige Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten, und der Zugang zur Gesundheitsversorgung und den Sozialeinrichtungen ist stark eingeschränkt. All dies beeinträchtigt die seelische Gesundheit der Flüchtlinge stark. Eine 2011 durchgeführte Studie hat ergeben, dass ein Drittel aller Männer an psychischen Beschwerden leidet.

Die palästinensischen Flüchtlinge, die aufgrund der Entstehung des Staates Israel im Jahre 1948 zum Exil gezwungen waren, sind aufgrund ihrer Lebensumstände besonders von mentalen Leiden betroffen. Da sie rechtlich gesehen und auch in Hinblick auf Schutz und Hilfe über einen Sonderstatus verfügen, ist ihnen die Ausübung vieler Berufe per Gesetz verboten. Darüber hinaus haben sie keinerlei soziale oder bürgerliche Rechte und nur einen begrenzten Zugang zum öffentlichen Gesundheitswesen und zu Bildungseinrichtungen. Die meisten von ihnen sind ganz und gar vom Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) abhängig, das eigens zu ihrer Unterstützung ins Leben gerufen wurde. Noch heute leben mehr als 400'000 dieser Flüchtlinge im Libanon.

Das MSF-Zentrum für mentale Gesundheit bietet kostenlose psychologische Betreuung, einschliesslich Hausbesuche, Beratung und soziale Unterstützung an. 2010 betreuten die Psychiater und Psychologen des MSF-Teams 780 neue Patienten, mehrheitlich palästinensische Flüchtlinge im Alter von 25 bis 40 Jahren. Die Hauptdiagnosen lauten Depression, Angstgefühle, Psychosen und Persönlichkeitsstörungen.

Auch in der Klinik des Hilfswerks der Vereinten Nationen (UNRWA) und im Spital der Palästinensischen Rothalbmondgesellschaft, die beide im Burj-el-Barajneh-Lager stationiert sind, bietet MSF psychologische Hilfe an. Die schwierigsten Fälle werden jeweils an das MSF-Zentrum für mentale Gesundheit überwiesen, das als Referenzzentrum gilt.

Um das Projekt zu einem festen Bestandteil im Leben des Viertels zu machen und einer Stigmatisierung entgegenzuwirken, organisiert MSF zusammen mit den vor Ort agierenden Nichtregierungsorganisationen gemeinschaftliche psychosoziale Aktivitäten. Durch die aktive psychische Unterstützung der Einwohner wird eine gezielte Projektanpassung ermöglicht und so die Einzel-, Familien- und Gruppenberatung im Gemeindezentrum erleichtert.

Darüber hinaus ist MSF bestrebt, die Fähigkeiten des Personals vor Ort durch Schulungen in der Betreuung von Personen mit psychischen Beschwerden zu stärken.

Neues Projekt in Ein el-Hilweh, Saida

Im April 2011 hat MSF ein neues Projekt für mentale Gesundheit in Ein el-Hilweh eröffnet, dem grössten palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon, nahe der Stadt Saida. MSF ist in zwei Kliniken innerhalb des Lagers tätig.

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