Die Sicherung des Trinkwassers bedeutet vor allem eines: Wasser suchen und finden! Flüsse und Seen sind die am leichtesten zugänglichen Versorgungsquellen. Oft sind sie jedoch stark verschmutzt und die Sanitär-Logistiker müssen Grundwasser aufspüren. Dazu muss gebohrt oder ein Brunnen ausgehoben werden. Aber auch Grundwasser ist nicht immer trinkbar. Es muss deshalb auf seine Qualität überprüft und gegebenenfalls behandelt werden. Normalerweise wird das Wasser geklärt und mit Chlor desinfiziert.
Wasserverteilungen
Danach muss die Wasserverteilung organisiert werden. In einem Lager beispielsweise müssen die Logistiker mindestens eine Wasserversorgungsstelle, die oft aus einfachen Wasserhähnen besteht, für jeweils 200 bis 250 Menschen einrichten. Sonst wird die Verteilung ungenügend. Als Wasserspeicher werden meistens Kanister benutzt. Sie sind leicht zu bedienen und im Gegensatz zu gewöhnlichen Eimern schwer kontaminierbar.
Die Ausbreitung von Epidemien verhindern
Gute hygienische Bedingungen können das Ausbreiten von Epidemien verhindern. Bei der Verbesserung der Hygiene müssen die Sanitär-Logistiker die Lebensgewohnheiten und das Verhalten der ansässigen Bevölkerung kennen. Nur so können sie die wirkungsvollsten Massnahmen finden und das lokale Personal schulen. Eine wirkungsvolle Massnahme kann das Händewaschen vor dem Essen oder nach dem Stuhlgang sein. Auch müssen die Menschen manchmal darauf hingewiesen werden, sauber zu halten, was schon sauber ist, und schmutziges von sauberem zu trennen.
Abfallbeseitigung
Eine weitere wichtige Aufgabe der Sanitär-Logistiker ist die Vernichtung von allen Stoffen, die zu Krankheitsüberträgern werden könnten: Exkremente, Abwässer aus der Toilette, der Küche und vom Waschen, Haushaltsabfälle und Krankheitsüberträger wie Mücken. Um Exkremente zu entsorgen, werden meistens Grubenlatrinen ausgehoben. Das Hauptrisiko der Sanitärarbeit besteht darin, dass die Installationen schlecht benützt oder beschädigt werden.
Mittels Grabensystemen werden die Abwässer gesammelt und in Kanälen zu einem Sammelbecken geführt, wo sie behandelt werden und versickern können. Stehende Gewässer müssen um jeden Preis verhindert werden, weil sie zu Brutstätten von Krankheitsüberträgern (Mücken) werden.
Hygiene-Spezialisten organisieren die Sammlung und Trennung von Haushaltsabfällen, die danach in kontrollierten Mülldeponien oder Müllverbrennungsanlagen entsorgt werden. Fliegen, Mücken, Läuse und Flöhe, gewisse Nagetiere wie Raten, Mäuse und Waldmäuse können gefährliche Krankheitsüberträger sein. Die Verbesserung der Hygiene- und Lebensbedingungen kann die Möglichkeit einer Übertragung bereits beachtlich vermindern. Moskitonetze und Insektizide sind ebenfalls sehr effektiv.
Wasser- und Sanitärkits
Um Wasser zu finden, es trinkbar zu machen, zu lagern und zu verteilen, setzen die Sanitär-Logistiker speziell dafür entwickeltes Material in Form von so genannten Kits ein. Es handelt sich dabei um Baukästen, Motorpumpen, Leitungsrohre, biegsame Wasserreservoire aus weichem Kunststoff und Verteilungsschläuche enthalten. Die Kits enthalten auch die nötigen Materialien für die bakterielle Analyse des Wassers, das Klären sowie das Desinfizieren mit Chlor.
Es existiert kein typisches Profil für einen Sanitär-Logistiker. Es handelt sich bei ihnen oft um Hydraulikfachmänner, Sanitärtechniker oder einfache Logistiker, die beispielsweise Kenntnisse in Hydrogeologie, Wasserbehandlung oder im Entsorgung von Exkrementen und Abfällen besitzen.




