Welche Symptome treten bei Tuberkulose auf?
Die Lungentuberkulose manifestiert sich in der Regel durch hartnäckigen Husten, Hämoptysis (blutigen Auswurf), Brustschmerzen und in schweren Fällen Atemnot. Mit diesen Symptomen gehen in der Regel eine Verschlechterung des Allgemeinbefindens, ein Gewichtsverlust, leichtes Fieber sowie nächtliche Schweissausbrüche einher.
Die Infektion kann ausschliesslich in der Lunge, gleichzeitig aber auch in anderen Organen lokalisiert sein. So können Drüsen, Knochen, die Nieren, die Harnwege, die Geschlechtsorgane, die Lymphbahnen und verschiedene Organhüllen (von Lunge, Hirnhaut, Herz, Abdomen) von der tuberkulösen Entzündung betroffen sein. Je nach Organbeteiligung können unterschiedliche Symptome auftreten.
Sind etwa ein Wirbel und die entsprechende Bandscheibe entzündet, kommt es zu Schmerzen und einer Verformung der Wirbelsäule, was als Pottsche Krankheit bezeichnet wird.
Sind ein oder mehrere Lymphknoten betroffen (besonders häufig ist die Halslymphknoten-Tuberkulose), kommt es zu einer schmerzlosen, nichtentzündlichen Anschwellung. In einem späteren Stadium können sich nach aussen hin offene, eiternde Fisteln bilden.
Kommt es zu einer Massenaussaat von Tuberkulosebakterien im ganzen Körper, spricht man von einer Miliartuberkulose.
Welches sind die Übertragungswege der Tuberkulose?
Bei der TB-Infektion der Lunge erfolgt die Ansteckung von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion. Beim Husten oder Sprechen versprüht der Infektionsträger winzige Tröpfchen. Sie sind mit virulenten Bakterien angereichert sind und werden so an die Umgebung abgegeben. Sobald sie von anderen Personen eingeatmet werden, infizieren diese sich mit den TB-Erregern. Bei rund 10% der Infizierten kommt die Krankheit zum Ausbruch. Bei anderen Lokalisationen dagegen ist die Tuberkulose grundsätzlich nicht ansteckend.
Wie kann man einer Ansteckung vorbeugen?
Auch wenn der sog. BCG-Impfstoff (Bacillus-Calmette-Guérin) keinen umfassenden Schutz vor Ansteckung bietet, empfiehlt sich die Schutzimpfung in Entwicklungsländern, wo ein deutlich höheres Ansteckungsrisiko besteht. Bei einer schweren Immunosuppression, wie sie beispielsweise bei Aids gegeben ist, ist die Schutzimpfung dagegen nicht angezeigt.
Wenn bei einem Patient ein Verdacht auf Lungentuberkulose besteht und durch eine Diagnose erhärtet wird, so sind Vorkehrungen zum Schutz von Kontaktpersonen (unter dem Gesundheitspersonal, in der Umgebung des Patienten) zu treffen. Dazu gehört in der Ansteckungsphase die Isolierung des Patienten und die Verwendung von Atemschutzmaken.
Sobald die Behandlung anschlägt, kann die Isolierung aufgehoben werden. Den Kontaktpersonen ist eine medizinische Nachsorge anzubieten. Durch den Mantoux-Test (subkutane Einspritzung einer geringen Menge Tuberkulin) lässt sich feststellen, ob eine Ansteckung erfolgt ist. Schwieriger ist die Testauswertung hingegen, wenn sich der Patient bereits einer Schutzimpfung unterzogen hat.
Liegt eine Immunschwäche bei Patienten vor, etwa bei einer Ansteckung mit dem HI-Virus, sollte die Diagnose möglichst früh gestellt werden. Handelt es sich um eine ausgeprägte Immunschwäche, können prophylaktisch Antibiotika verschrieben werden.
Wie kann man eine Tuberkulose diagnostizieren und behandeln?
Eine Lungentuberkulose wird anhand von Anamnese und Untersuchung eines Patienten sowie von Röntgen- (Thorax-Röntgenaufnahmen) und Laboruntersuchungen diagnostiziert. Das Sputum des Patienten wird zunächst mikroskopisch analysiert; dann wird zwecks Nachweis von TB-Erregern eine Kultur angesetzt. Im Verlauf der Behandlung werden weitere Laboruntersuchungen durchgeführt, um die Therapie auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen.
Nachdem die Diagnose gestellt ist, wird eine medikamentöse Behandlung mit vier verschiedenen Antibiotika verordnet. In den meisten Fällen genügt eine sechsmonatige Behandlungsdauer.
Wenn die TB-Infektion gegen ein oder mehrere Antibiotika resistent ist, muss dem sowohl bei der medikamentösen Behandlung wie auch bei der Dauer der Therapie Rechnung getragen werden. Alarmierend ist die ständige Zunahme multiresistenter und hochresistenter Tuberkuloseformen (MDR-TB bzw. XDR-TB), denn derzeit gibt es kein neues Medikament, auf das man an Stelle der bisher verwendeten zurückgreifen könnte.
Was Dauer und Anzahl der einzunehmenden Medikamente betrifft, ist die Therapie für den Patienten ziemlich belastend. Es können zudem Nebenwirkungen - bis hin zu Vergiftungserscheinungen - auftreten. Sobald jedoch eine Therapie verordnet ist, muss dafür Sorge getragen werden, dass der Patient nicht mit seiner Krankheit allein gelassen wird, dass er entsprechend aufgeklärt und für einen verantwortlichen Umgang mit den Medikamenten gewonnen wird. Denn durch Absetzen der Medikamente oder durch mangelhafte Medikamententreue (Adhärenz) kann es zu Rückfällen und zur Ausbildung von Resistenzen kommen.






