Labortechnik

3.2.17 Lab Tech-0017-33
Arbeit am Mikroskop, MSF Malariaprogramm, Myanmar 2004
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MSF benötigt hauptsächlich für folgende Krankheiten den Einsatz von Labortechnik:

HIV

Nachweis der Infektion durch Verwendung einfacher Schnelltests und Kapillarblut aus der Fingerkuppe, Überwachung des Immunstatus von Patienten durch Zählen der Menge bestimmter Immunzellen im Blut, Beobachtung der Reaktion auf Behandlung durch die Bestimmung der Virenlast im Körper und Überwachung der Toxizität einiger Medikamente durch den Nachweis von Markern für Leberschäden.

TB

Nachweis der Infektion, indem nach TB-Bakterien im Auswurf gesucht wird und Untersuchung, ob diese Bakterien Resistenz gegenüber Antibiotika zeigen. Zu diesem Zweck ist es erforderlich, die Bakterien in einer Bakterienkultur unter Zugabe von Antibiotika zu züchten, wobei dieses Verfahren sehr hohe Sicherheitsstandards zum Schutz des Personals erfordert. Neue molekulare Verfahren, um das Genom der Bakterien zu bestimmen und so Resistenzen zu ermitteln, werden in Kürze ebenfalls eingeführt.

Malaria

Mikroskopie von Blutausstrichen zum Nachweis der Malariaparasiten und Durchführung von Schnelldiagnosetests zum Nachweis der Infektion mit Kapillarblut aus der Fingerkuppe.

Humane Afrikanische Trypanosomiasis HAT (Schlafkrankheit)

Mobile Labore zur Früherkennung bei ganzen Bevölkerungsgruppen in entlegenen Gebieten durch einen Test mit Kapillarblut aus der Fingerkuppe; Bestätigung der Infektion durch die mikroskopische Untersuchung von aufbereitetem Blut oder Lymphknotenaspirat. Sobald eine positive Diagnose vorliegt, wird der Patient in das Labor des Zentrums gebracht, wo eine Lumbalpunktion durchgeführt wird (Aspiration von Nervenwasser aus der Wirbelsäule) und der mikroskopische Nachweis von Trypanosomen und/oder übermässig vielen weissen Blutkörperchen (Leukozyten) erfolgt. Dies ist erforderlich, um festzustellen, ob sich die Krankheit auf das Blut und lymphatische System beschränkt oder ob die Blut-Hirn-Schranke bereits überschritten wurde, da hier jeweils unterschiedliche Therapien zum Einsatz kommen.

Viszerale Leishmaniasis (Kala-Azar)

Schnelldiagnosetest mit Kapillarblut aus der Fingerkuppe und in einigen Fällen mikroskopische Untersuchung von Material aus einer Milzpunktion.

Sowie in den folgenden Fällen:

  • Mikroskopische parasitologische Untersuchungen von Stuhl- und Urinproben zum Nachweis pathogener Parasiten.
  • Bluttransfusionen, bei denen es erforderlich ist, den Hämoglobingehalt sowohl bei dem Patienten als auch dem Blutspender zu messen („Hat der Patient genug Blut?”), Blutgruppenbestimmungen und Kreuzversuche zur Kompatibilität von Blutgruppen durchzuführen, bzw. den Spender auf HIV, Hepatitis B, Hepatitis C, Syphilis und Malaria zu testen.
  • Weitere Verfahren, wie beispielsweise der Emmel-Test zur Diagnose von Sichelzellenanämie, Zählung der weissen Blutkörperchen, etc.
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