Vertriebene Bevölkerungsgruppen

An der Grenzen zwischen Sudan und Tschad, 2004
An der Grenzen zwischen Sudan und Tschad, 2004.

Dem Exodus von Völkergruppen liegen oft Krieg, massive Unterdrückung oder Hunger zugrunde. Die Multiplikation von Konflikten und Gewalt in der Welt führt zur Vertreibung von Menschen. Heute gibt es weltweit mehr als 50 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene.

Als Flüchtlinge gelten flüchtende Menschen, die Landesgrenzen überschreiten und sich beispielsweise im Nachbarstaat in Lagern aufhalten. Diese Flüchtlingslager unterstehen der Verantwortung des Gastlandes, der ihre Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem UNHCR (UN-Flüchtlingshochkommissariat) organisiert. Die innerhalb der Landesgrenzen Vertriebenen - auch Binnenflüchtlinge genannt - sammeln sich oft auch in Lagern.

Für Médecins Sans Frontières ist die Hilfe für Flüchtlinge und Vertriebene eine wichtige Aufgabe. Ausser der medizinisch und sanitären Unterstützung in diesen Lagern hat die Organisation auch oft grosse Sensibilisierungs-Aktionen zu den Lebensbedingungen dieser Menschen durchgeführt. Dies ist wichtig, denn der Schutz dieser Menschen wird über die Jahre immer schwächer und die zwangsweise Rückführung immer systematischer und häufiger.

Die erste Intervention in den Flüchtlingslagern besteht in der Sicherung der Grundbedürfnisse. Das heisst die Sicherstellung von genügend Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Obdach (oft einfache Plastikplachen). Sobald diese überlebenswichtigen Grundbedürfnisse gedeckt sind, kann mit dem Aufbau von medizinischen - präventiven und kurativen - Programmen sowie von sanitären und ernährungstechnischen Programmen begonnen werden.

Kurative (pflegende, heilende) Unterstützung heisst: Einrichtung von Feldkliniken und Isolations-Zellen bei Ausbruch von Epidemien und Konsultationsmöglichkeiten für Kinder und Erwachsene. Nach der epidemiologischen Datenaufnahme gehören präventive Aktionen wie die Impfung von Kindern gegen Infektionskrankheiten zu den wichtigsten Handlungen. Bei der Präventionsarbeit wird vor allem gegen die vier grössten Faktoren der Kindersterblichkeit angekämpft: Masern, Durchfallerkrankungen, akute Atemwegsinfektionen und Malaria.

Die nutritive Unterstützung (Noternährungs-Programme) hängt vom Grad der festgestellten Unterernährung der Menschen ab. Die Organisation pflegt in Noternährungs-Zentren stark unterernährte Menschen oder gibt weniger stark unternährten Patienten zusätzlich proteinreiche Aufbaunahrung ab.

Sanitäre Unterstützung heisst Sicherstellung des Trinkwassernachschubes (Zuführung, Einrichtung von Wassertanks und Trinkwasserverteil-Stellen). In den selben Arbeitsbereich gehört aber auch das Erstellen von Abwassergräben zur Abführung von dreckigem Wasser sowie der Bau von Latrinen.

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