Naturkatastrophen

Haiti, 21.01.2010
Erdbeben, Wirbelstürme, Hurrikane, Überschwemmungen und Vulkanausbrüche

Erdbeben, Wirbelstürme, Hurrikane, Überschwemmungen und Vulkanausbrüche - Naturereignisse wie diese können innerhalb von Minuten riesige Gebiete verwüsten und katastrophale Auswirkungen auf die ökonomischen und sozialen Strukturen eines Landes haben. Zerstörte Verkehrswege, eingestürzte Gebäude, unterbrochene Trinkwassersysteme und Telekommunikationsnetze sind häufig Resultate einer Naturkatastrophe; ohne Wasser und Strom können jedoch auch Spitäler nicht mehr funktionieren, und ohne funktionierende Kommunikation ist es schwierig, Hilfsaktionen für die Betroffenen zu organisieren.

Hilfsanstrengungen müssen schnell und gut koordiniert sein

Um möglichst viele Leben zu retten und den Verletzten sinnvoll zu helfen, müssen die Hilfsanstrengungen schnell und gut koordiniert sein. Im Gegensatz zu anderen Projekten, wo zur Abklärung der Situation zuerst ein Erkundungsteam vor Ort geschickt wird, muss der Einsatz bei einer Naturkatastrophe umgehend ausgelöst werden. Wenn dann die Regierung des betroffenen Landes einen Hilfsruf an die Internationale Gemeinschaft richtet, integrieren sich die MSF-Teams in die von den lokalen Behörden koordinierten Hilfsanstrengungen.

MSF verfügt über einsatzbereite Nothilfekits

Médecins Sans Frontières verfügt über jederzeit einsatzbereites Hilfsmaterial in Form von modulartigen Kits. Das Material liegt fertig abgepackt mit den nötigen Zollpapieren bereit. Die MSF-Logistik ist fähig, innerhalb von 48 Stunden ein beladenes Frachtflugzeug in das Katastrophengebiet zu schicken.

  1. Schritt: Die Hilfsgüter müssen ohne Zeit zu verlieren an der jeweiligen Destination am Flughafen oder im Schiffshafen ankommen.
  2. Schritt: Die medizinischen, logistischen oder ernährungstechnischen Hilfsgüter müssen möglichst schnell vor Ort gebracht werden.

Die Prioritäten bei einem solchen Einsatz sind immer folgende: möglichst ungehinderter Zugang zu den Opfern, Verteilung von Hilfsgütern (Noternährung, Planen zum Schutz vor Witterung, etc.), Sicherung der Trinkwasserversorgung und Erstellung von Kommunikationsmöglichkeiten.

Nothilfe bei Naturkatastrophen hat zwei Prioritäten

1. Priorität: Medizinische Hilfe:

  • provisorische Errichtung von Feldspitälern und Kliniken
  • Versorgung mit Medikamenten und medizinischem Material
  • Epidemiologische Überwachung
  • bei extremen Notfällen: Trennung der Schwerverletzten von leichter Verletzten, Einsatz von chirurgischen Teams
  • Wiederaufbau von lokalen Gesundheitsstrukturen
  • Impfung gegen die wichtigsten Krankheiten
  • Errichtung und Betrieb von Noternährungszentren 

2. Priorität: Sanitäre und logistische Unterstützung:

  • Unterstützung von Obdachlosen: Verteilung von Planen, Zelten und Decken zum Schutz vor der Witterung
  • Sanitäre Unterstützung: Materialbeschaffung, Materiallagerung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser, Erstellen von mobilen Trinkwassertanks, Entsorgung von Exkrementen (Latrinen), Abfalltrennung, Erstellen von Abwassergräben.

Innert weniger Stunden können Noteinsatzteams mobilisiert werden

Eine Adresskartei mit in Nothilfe erfahrenen Spezialisten ermöglicht es, innerhalb kürzester Zeit 'Emergency-Teams' zu bilden. Das erste Nothilfe-Team ist zumeist aus einem Arzt, einer Krankenschwester und einem Logistiker zusammengesetzt. Die MSF-Teams arbeiten überall eng mit lokalem Personal zusammen.

Alle operationell tätigen MSF-Sektionen haben einen Nothilfe-Koordinator, um bei Katastrophen schnell reagieren zu können. Risikogebiete liegen vor allem in der Karibik und Asien, wo jedes Jahr mehrere Naturkatastrophen geschehen. Diese werden ständig überwacht und dort wird auch Hilfsmaterial eingelagert, was die Reaktionsfähigkeit erhöht und schnellere Hilfe ermöglicht.

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