Wie sich die MSF-Bewegung zusammensetzt

Sudan, 01.12.2005

Médecins Sans Frontières besteht aus 21 Sektionen und dem Internationalen Büro:

  • Frankreich (Gründung 1971)
  • Belgien (1981)
  • Schweiz (1981)
  • Niederlande (1984)
  • Luxemburg, Spanien (1986)
  • USA, Griechenland (1990)
  • Kanada, Italien, Internationales Büro (1991)
  • Japan (1992)
  • Schweden, Dänemark, Deutschland, Grossbritannien (1993)
  • Australien, Österreich, Hongkong (1994)
  • Norwegen (1995)
  • Brasilien (2015)
  • Südafrika (2015)

Gemeinsame Einsätze

Von den 21 Sektionen verfügen 5 über Einsatzzentralen (Frankreich, Belgien, Niederlande, Spanien, Schweiz), die zusammen mit verschiedenen Sektionen gemeinsame Einsätze durchführen. Die Sektionen waren bei ihrer Gründung als Unterstützungsbüros geplant und sind mittlerweile mitverantwortlich für die Einsätze der Einsatzzentralen.
Diese Mitverantwortung ist je nach Land verschieden gestaltet. So können etwa dezentralisierte Desks unter der Leitung des Einsatzzentralendirektors agieren (USA, Japan, Deutschland, Italien, Luxemburg, Griechenland). Aber es sind auch andere Modelle der Aufgabenteilung entwickelt worden (Abteilung für Unterstützung in bestimmten medizinischen Bereichen in Grossbritannien, Evaluations-Abteilung in Österreich usw.).

Nationale Vereine und internationale Verantwortung

Gemeinsam an den 21 MSF-Sektionen sind: ihr Name und daher auch der Ruf; die Charta; die Handlungsprinzipien; der Internationale Rat (IR) (1) und seine Beschlüsse; das Internationale Büro (IB), die internationalen Projekte und eine starke Abhängigkeit und Vernetzung.

  • Jede Sektion hat einen Verein, der hauptsächlich aus Freiwilligen im Feldeinsatz sowie zurückgekehrten Freiwilligen besteht.
  • Jeder Verein wählt an der jährlichen Generalversammlung einen Vorstand, der auf die Einhaltung des sozialen Auftrags, der Charta und anderer internationaler Vereinbarungen achtet.
  • Der Vorstand wählt eine Direktion, die sich um den Betrieb der Sektion kümmert (Feldeinsätze, Advocacy und Lobbying).
  • Der Vorstand untersteht einem Präsidenten, der im Internationalen Rat (IR) einsitzt.
  • Daneben treffen sich die Direktionsvertreter der verschiedenen MSF-Sektionen regelmässig in verschiedenen Gremien zum ausführlichen und frühzeitigen Informationsaustausch, zur Beschlussfassung über Fragen von allgemeinem Interesse für die Bewegung, zur Verbesserung der logistischen und medizinischen Reaktionsfähigkeit sowie zur Besprechung gemeinsamer Herausforderungen, Einbringung von Vorschlägen oder Umsetzung von Empfehlungen an den/vom IR oder den/vom IV (2).

Was ist das Internationale Büro (IB)?

  • Das Bureau International de Médecins Sans Frontières ist ein Verein nach Schweizer Recht, der abgekürzt auch MSF International genannt wird.
  • Das Internationale Büro (IB) ist das ausführende Organ des BureauInternational. Es untersteht dem Internationalen Generalsekretär und setzt Beschlüsse von IR und EXDIR (3) um.
  • Das IB ist die einzige Körperschaft, die alle MSF-Sektionen rechtlich miteinander verbindet. (Die 21 Sektionen haben die Statuten des IB genehmigt, sind IB-Mitglieder und zahlen die Kosten des IB. MSF-Warenzeichen sind Eigentum des IB.)
  • Mitglieder des Bureau International sind die 21 Sektionspräsidenten, der IR-Präsident und der IR-Kassier. (Die 21 IB-Mitglieder bilden zugleich den Internationalen Rat, der vom IR-Präsidenten geführt wird.)

 

(1) Internationaler Rat (IR): Besteht aus den 21 Sektions-Präsidenten, dem IR-Präsidenten und dem IR-Kassier (tritt zwei Mal im Jahr zusammen). Die 21 Mitglieder des IR bilden zugleich den Internationalen Verein.

(2) Internationaler Vorstand (IV): Der Vorstand des Internationalen Vereins von MSF: Besteht aus dem IR-Präsidenten, dem IR-Kassier und weiteren Mitgliedern des Internationalen Rats, einschliesslich des IR-Vizepräsidenten. Alle operationellen Entscheidungen müssen dem IV vorgelegt werden (tritt vier bis sechs Mal im Jahr zusammen).

(3) EXDIR: Besteht aus den 21 Generaldirektoren der MSF-Sektionen und dem Internationalen Generalsekretär und wurde im November 2005 vom IR als wichtigstes Entscheidungsgremium und exekutives Gegenstück zum IR anerkannt (tritt zwei Mal im Jahr zusammen).

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