Die MSF-Bewegung

Südsudan, 12.12.2007

Die Aktivitäten der MSF-Bewegung sind sehr vielfältig: Wiederaufbau und Inbetriebnahme von Krankenhäusern oder Gesundheitszentren, mobile Kliniken zur Versorgung von ländlichen Gebieten, Impfprogramme, medizinische Versorgung in Flüchtlingslagern, psychologische Betreuung, Aufbau von Ernährungszentren, Wasser- und Sanitärprojekte sowie Gesundheitsversorgung von besonders gefährdeten Gruppen (z.B. Strassenkinder, Slumbewohner).

Wir arbeiten in allen Projekten mit nationalem Personal zusammen und legen Wert auf die Fort- und Weiterbildung der einheimischen Mitarbeiter.

"Sprachrohr für Menschen in Not"

Wenn in einer Konfliktsituation die Rechte von Zivilisten mit Füssen getreten werden und ihnen Hilfe verwehrt wird, setzt sich MSF für diese Menschen ein. Die Organisation fühlt sich zwar den humanitären Prinzipien der Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit verpflichtet, hebt aber in Ausnahmesituationen ihre neutrale Position auf, bezieht Stellung und wird zum Sprachrohr für Menschen in Not.

Wenn unsere Mitarbeiter in den Projekten bezeugen können, dass Hunger als Waffe eingesetzt wird, dass Menschen brutal vertrieben oder Zivilisten verletzt werden, informieren sie die Öffentlichkeit über Menschenrechtsverletzungen oder Verstösse gegen das humanitäre Völkerrecht. Auch wenn die Veröffentlichung dieser Verstösse nicht immer Leben rettet, so sind wir doch fest davon überzeugt, dass Schweigen töten kann.

Die öffentliche Kritik ist allerdings stets das letzte Mittel, zu dem wir greifen. Zuvor versuchen unsere Mitarbeiter, über direkte Gespräche und stille diplomatische Kanäle den Machtmissbrauch zu thematisieren und ihm Einhalt zu gebieten. Ob MSF Informationen an die Medien weiterleitet, um öffentlichen Druck zu erzeugen, hängt jeweils vom Einzelfall ab, insbesondere aber davon, ob eine Veröffentlichung im Interesse der Opfer ist. Dieser letzte Schritt ist oft eine schwierige Gratwanderung. Mit dem Friedensnobelpreis 1999 ehrte das Nobelkomitee insbesondere die Fürsprache für die Opfer von Not und Gewalt.

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