Projekt: "Neuer Hauptsitz"

Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat ihren Sitz aktuell in der Rue de Lausanne in Genf. Dort sind sowohl die Einsatzzentrale als auch das internationalen Büro untergebracht. Die Hälfte der Arbeitsplätze befindet sich im MSF-Gebäude mit der Hausnummer 78, die verbleibenden 50 Prozent sind in angemieteten Räumlichkeiten untergebracht. Mittlerweile werden diese Büroflächen dem steigenden Bedarf an Unterstützungsarbeit für die Feldeinsätze jedoch nicht mehr gerecht. 

Nach mehrjähriger Suche nach grösseren Räumlichkeiten oder geeignetem Bauland nahm das Vorhaben zum Bau einer neuen Einsatzzentrale in Genf konkrete Formen an, als der Kanton Genf sich bereit erklärte, zu günstigen Konditionen ein Grundstück in Form eines Baurechts zur Verfügung zu stellen. 

Das Vorhaben wird im Rahmen eines Quartierentwicklungsplans (PLQ) im internationalen Viertel von Genf und damit in unmittelbarer Nachbarschaft der grossen internationalen Organisationen umgesetzt. 

Von den im Baurecht zur Verfügung gestellten 15'000 m2 Baugrund sind 10'000 m2 für die neue Einsatzzentrale vorgesehen, deren Errichtung für 2019–2021 angesetzt ist. Je nach der weiteren Entwicklung der MSF-Tätigkeiten könnten in einem zweiten Schritt bis 2030 bis zu 5'000 weitere Quadratmeter bebaut werden. 

Ergebnis des Architekturwettbewerbs

Im Architekturwettbewerb setzte sich der amerikanische Architekt Steven Holl durch, dessen Kandidatur in Zusammenarbeit mit dem Luzerner Justin Rüssli erfolgte. Dieser wiederum wird von einem in Lausanne ansässigen fachlichen Unterbau unterstützt. Mit seinem für die Gestaltung des Kiasma-Museums in Helsinki bekannten New Yorker Architekturbüro wurde Gründer Steven Holl 2001 vom Times Magazine als «America's Best Architect» ausgezeichnet. 

Erster Blick auf den für 2021 geplanten Neubau

Das mit in Fassade und Dach integrierten Solarzellen kompakt gestaltete Gebäude zeichnet sich durch seine besonders hohe Energieeffizienz aus. Darüber hinaus bietet die Fassade grundsätzlich die Möglichkeit, auch als Kommunikationsmittel genutzt zu werden. 

Im Laufe der kommenden 18 Monate wird dem Projekt der letzte Feinschliff verliehen. So soll vor allem gewährleistet werden, dass der Bau nach der Fertigstellung sämtliche Werte von MSF treffend widerspiegelt und allen Anforderungen an eine angemessene Arbeitsatmosphäre gerecht wird. 

Projektfinanzierung

Der Neubau wird MSF die räumliche Anpassung an die sich fortlaufend verändernden Anforderungen ihrer Einsätze erlauben. Dank des Verkaufs des bestehenden Gebäudes in der Rue de Lausanne 78 und einer Verringerung der Mietkosten werden keine Abstriche bei den für Feldeinsätze bestimmten Ressourcen erforderlich. Finanziert wird der Neubau zu einem grossen Teil auch aus zweckgebundenen Spenden von privaten Gönnerinnen und Gönnern und Stiftungen. 

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