14.10.2011 - Swasiland

„Die Tuberkulosebehandlung ist sehr hart, aber ich halte durch“

Jabulile Sithole, Mutter von zwei Kindern, leidet an medikamentenresistenter Tuberkulose. Sie erzählt von ihren Erfahrungen während der Behandlung und den täglichen Injektionen. Inzwischen hat sie diesen schmerzhaften Teil hinter sich und muss nur noch Tabletten einnehmen.
Swasiland, 18.08.2011
Als ich bemerkte, dass ich langsam aber sicher im Sterben lag, überwand ich die grosse Angst vor einem HIV-Test.
Wo ist das?
Swasiland
Dieser Inhalt ist...
Der Autor / Die Autorin
20111014 lff swaziland tb author 62153

Jabulile Sithole, Mutter von zwei Kindern, leidet an medikamentenresistenter Tuberkulose. Sie erzählt von ihren Erfahrungen während der Behandlung und den täglichen Injektionen. Inzwischen hat sie diesen schmerzhaften Teil hinter sich und muss nur noch Tabletten einnehmen.

„Mein Name ist Jabulile Sithole. Ich bin 38 Jahre alt und lebe in Emakhweleni, einem kleinen Dorf in der Region Shiselweni im südlichen Swasiland.

2008 entwickelte ich einen starken Husten, der auch mit Hustensirup und Erkältungstabletten nicht weg ging. Später begann ich nachts stark zu schwitzen und schliesslich hatte ich ständigen Durchfall. Ich verlor immer mehr an Gewicht und sah schliesslich aus wie eine alte, runzelige Frau.

Als ich bemerkte, dass ich langsam aber sicher im Sterben lag, überwand ich die grosse Angst vor einem HIV-Test. Im November 2008 ging ich ins Gesundheitszentrum von Nhlangano und liess mich auf HIV testen. Wie befürchtet war der Test positiv, mit einer Anzahl CD4-Zellen (Abwehrzellen, die durch HIV reduziert werden) unter 25. Ich ging in die HIV-Beratung und begann kurz darauf die antiretrovirale Behandlung (ART).

Zur gleichen zeit wurde ich auf Tuberkulose (TB) getestet und war ebenfalls positiv. Ich nahm während sechs Monaten Tabletten ein, bis der Arzt mir im Juni 2009 verkündete, ich könne damit aufhören.

Die Krankheit ist noch nicht besiegt

2010 fing ich wieder an zu husten, hatte Appetit- und Gewichtsverlust. Ich ging zurück zur TB-Klinik und wieder wurde TB diagnostiziert. Da es schon die zweite TB-Erkrankung war, erhielt ich während zwei Monaten jeden Tag eine Spritze und musste danach acht Monate lang TB-Tabletten einnehmen.

Von Juni bis August 2010 erhielt ich Injektionen und nahm danach Tabletten ein. Währenddessen erfuhr ich, dass ich multiresistente Tuberkulose (MDR-TB) habe und begann am 1. November 2010 mit der MDR-TB-Therapie. Ich erhalte nun seit fast fünf Monaten jeden Tag Injektionen und bin froh wenn diese äusserst schmerzvolle Therapie zu Ende ist. Ich hatte bereits zwei negative Sputum-Abstriche; beim dritten negativen Test kann ich mit den Injektionen aufhören.

21 Tabletten pro Tag

Es wird ein bisschen einfacher sein, nur mit den Tabletten fortzufahren, denn die Spritzen sind für mich der schlimmste Teil der Therapie. Am Anfang hatte ich Schwindel und Erbrechen, ich fühlte mich elend und schwach. Überhaupt muss ich viel zu viele Tabletten einnehmen, 21 insgesamt, inklusive der drei antiretroviralen Tabletten der zweiten Linie. Ich wünschte, ich müsste nur eine Tablette gegen die MDR-TB einnehmen. Das wäre eine grosse Erleichterung für uns MDR-TB-Patienten.

Die TB-Behandlung ist sehr hart, aber ich halte durch, denn ich möchte leben. Ich möchte für meine Söhne (19 und 21 Jahre alt) sorgen, einer von ihnen geht noch zur Schule. Ich spreche sehr offen mit ihnen über meinen HIV-Status, sie wissen dass ich in Behandlung bin und unterstützen mich. Das bedeutet mir sehr viel. Ich habe jetzt auch wieder an Gewicht zugelegt und sehe nicht mehr aus wie eine alte Frau.“

Publizieren
Newsletter
Newsletter abonnieren
Immer informiert bleiben

abonnieren