20.02.2011 - Libanon

Hakim: „Die Lebensbedingungen hier sind sehr hart; ich glaube nicht, dass das irgendjemand ertragen kann.“

Burj el-Barajneh, Libanon 2010
Burj el-Barajneh, Libanon 2010
© Dina Debbas
Burj el-Barajneh, Libanon 2010
Burj el-Barajneh, Libanon 2010
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„Ich bin Libanese palästinensischer Herkunft – ich wurde 1948 eingebürgert. Ich bin geschieden und habe zwei Töchter aus meiner früheren Ehe. Sie gehen beide zur Schule. Vor dreieinhalb Jahren bin ich ins Flüchtlingslager gezogen, nachdem ich meine Arbeit verloren hatte und meine finanzielle Situation sich verschlechterte.

Die Lebensbedingungen hier sind sehr hart; ich glaube nicht, dass das irgendjemand ertragen kann. Die Häuser sind überfüllt und nah aneinander gebaut; Dächer aus Zink bewirken, dass die Temperaturen im Sommer enorm ansteigen, während sie im Winter stark sinken, Infrastruktur gibt es fast keine. Es gibt zahlreiche politische Parteien und sehr wenig Privatsphäre, was dazu führt, dass die Menschen leicht reizbar sind. Manchmal könnte man einen Streit anfangen, nur weil jemand grüsst.

MSF habe ich zufällig bei einem Besuch der Klinik des UNRWA (Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten) kennen gelernt. Sie verteilten Broschüren, in denen die Symptome bei psychischen Beschwerden beschrieben wurden. Da hiess es, wenn man eines dieser Symptome habe, sollte man einen Therapeuten kontaktieren. Als ich das las, musste ich beinahe lachen, denn mir wurde klar, dass ich sie alle hatte. Nachdem ich mit einer Mitarbeiterin des lokalen Gesundheitsdienstes gesprochen hatte, riet mir diese, das MSF-Zentrum aufzusuchen und vereinbarte für mich einen Termin. Also ging ich hin. Ich war zutiefst schockiert und besorgt als ich erfuhr, wie ernst es um mich stand. Mir wurde bewusst: Wenn es so weiter gegangen wäre, hätte ich mich und meine Töchter irgendwann umgebracht. MSF hat mir sehr geholfen.“

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