30.03.2011 - Kenia

Comics aus Kenia - 24. Februar, Dagahaley

Dagahaley/Dadaab, Kenia, 24.02.2011
Dagahaley/Dadaab, Kenia, 24.02.2011
© Andrea Caprez - Christoph Schuler
Dagahaley/Dadaab, Kenia, 24.02.2011
Dagahaley/Dadaab, Kenia, 24.02.2011
© Andrea Caprez - Christoph Schuler
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Wir besichtigen einige der acht Health Posts, einfache Gebäude, teils gemauert, teils nur aus Brettern gebaut, die im Flüchtlingslager die medizinische Grundversorgung gewährleisten. Im Health Post Nr. 4 ist der Andrang besonders gross, denn jenseits des Zauns beginnen gleich die Behausungen der New Arrivals, der gerade erst Zugezogenen, deren Kinder oft an Durchfall, Unterernährung und Dehydrierung leiden.

Am Eingang macht ein grosses Blechschild – nur mit Zeichnungen, ohne Worte – darauf aufmerksam, dass man kleine Mädchen nicht beschneiden (eine alte Frau wartet mit einer rostigen Rasierklinge in der Hand auf ein sich sträubendes Mädchen an der Hand seiner Mutter) und Schulmädchen nicht an alte Männer verkaufen soll (ein Mann mit Glatze bietet einem anderen ein paar Ziegen zum Tausch gegen dessen in Schuluniform gekleidete Tochter an).

Abends, im MSF-Compound, tauschen die Pflegerinnen und Ärztinnen Geschichten von besonders schrecklichen Momenten aus. Manchmal brächten Eltern Kinder mit schweren Verbrennungen ins Spital, denn es gehöre zur traditionellen Medizin, Körperteile mit glühenden Eisen zu verbrennen, um Krankheiten zu bekämpfen; so werde manchmal gegen Durchfall das Halszäpfchen verbrannt.

Daoud, der Field Coordinator, Chef des Compounds, erzählt aus seiner Jugend in einem abgelegenen Tal in Nordostafghanistan. Alle hören gespannt zu, froh um diese Art der Abendunterhaltung. An Zerstreuungsmöglichkeiten gibt es nur den einen Fernseher im Esssaal, der entweder Nachrichten oder Fussball bringt, und einmal einen kenianischen Komiker, über den sich die Einheimischen schieflachen.

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