23.10.2017 - Madagaskar

Madagaskar: MSF kämpft gegen Lungenpest

MSF hat an der Ostküste von Madagaskar einen Einsatz zur Bekämpfung von Lungenpest gestartet. Bei frühzeitiger Behandlung ist die Krankheit heilbar.
Madagaskar, 21.10.2017
„Pest ist verständlicherweise eine angsteinflößende Krankheit. Eine schnelle Reaktion kann jedoch die Todesrate drastisch senken und den Ausbruch beenden“
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Am 18. Oktober hat Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF) in der Stadt Tamatave  an der Ostküste von Madagaskar einen Einsatz zur Bekämpfung von Lungenpest gestartet. Die Teams unterstützen die lokalen Gesundheitsbehörden bei der Behandlung der Patienten in einer Spezialklinik.

«Pest ist verständlicherweise eine angsteinflössende Krankheit. Eine schnelle Reaktion kann jedoch die Todesrate drastisch senken und den Ausbruch beenden», betont Luca Fontana, Spezialist für Wasser und Hygiene bei MSF. «Lungenpest ist behandelbar und die Erkrankten haben eine hundertprozentige Heilungschance, wenn die Behandlung umgehend erfolgt. Ausserdem können gefährdete Menschen prophylaktisch Medikamente einnehmen, um einer Erkrankung vorzubeugen.»

Das medizinische Personal von MSF arbeitet gemeinsam mit den Mitarbeitern des Gesundheitsministeriums Madagaskars, um bereits erkrankte Patienten im Pest-Behandlungszentrum wirksam zu behandeln. Die spezialisierte Klinik wurde Anfang der Woche ausserhalb des Spitals der Stadt von internationalen Organisationen, darunter auch MSF, aufgebaut.

Wasser- und Hygienespezialisten im Einsatz

Daneben unterstützt MSF die lokalen Behörden bei der Verbesserung des Triage-Systems, um an Pest Erkrankte schneller zu identifizieren und zu isolieren. Ausserdem koordinieren Teams das Rettungswesen der Stadt Tamatave. Wasser- und Hygienespezialisten von MSF arbeiten eng mit lokalem Personal zusammen, um in den Spitälern und auch in den Dörfern Hygiene- und Desinfektionsmassnahmen umzusetzen, um die Ausbreitung der Krankheit so rasch wie möglich einzudämmen.

In der Hafenstadt Tamatave (auch bekannt unter dem Namen Toamasina) leben rund 300‘000 Menschen. Hier ist die Lungenpest mit 261 registrierten Patienten am weitesten verbreitet. Zehn Menschen sind seit Beginn des Ausbruchs daran gestorben.

Zwischen dem 1. August und dem 17. Oktober sind laut offiziellen Angaben landesweit 1‘032 Pest-Kranke in Madagaskar registriert worden, davon 695 Patienten mit Lungenpest, der Rest mit Beulenpest. 89 Menschen sind bisher gestorben.

Stichworte
Madagaskar, Pest
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